Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Betreuung: Celler Eltern brauchen mehr Flexibilität
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Betreuung: Celler Eltern brauchen mehr Flexibilität
11:27 16.06.2017
Von Gunther Meinrenken
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Jens Büttner
Celle Stadt

Petra-Johanna Regner, Geschäftsführerin des Überbetrieblichen Verbundes Frauen und Wirtschaft, kennt das Thema aus Gesprächen mit Unternehmen und Eltern. Ihr Eindruck: "Der Bedarf tritt nicht zutage, weil sich die Eltern an das bestehende Angebot anpassen." Viele Frauen, die auch gerne länger arbeiten wollten, gingen stattdessen auf Teilzeit, weil sie sonst nicht wüssten, wie sie ihre Kinder unterbringen sollen. Ganztagsjobs anzunehmen, sei schwer. "Die Frauen nehmen solche Stellenangebote gar nicht mehr wahr, weil sie mit den Betreuungszeiten nicht vereinbar sind."

Pflege, Krankenhaus, Schichtdienst, Gastronomie – es sind vor allem diese Bereiche, in denen die üblichen Betreuungszeiten bis 16 oder 17 Uhr nicht ausreichten. Müsse man einmal kurzfristig eine andere Schicht übernehmen, weil eine Kollegin wegen Krankheit ausgefallen ist, werde die Betreuung durch die Großeltern oder Tagesmütter und Babysitter überbrückt.

"Betreuungszeiten von 7 bis 19 Uhr wären schon gut. Das ganze System muss flexibler werden", meint Regner, die sich gerade damit beschäftigt, in welcher Form sich auch die Celler Betriebe an den Betreuungskosten für andere Modelle beteiligen könnten. "Es gibt immer wieder Überlegungen, etwas auf die Beine zu stellen." Dazu gekommen ist es aber bisher nicht.

Regners Wahrnehmung wird auch von Ingo Schreiber geteilt, ebenso wie die Forderung nach mehr Flexibilität. Und dabei will der Chef des Celler Fürstenhofs sich nicht auf die Arbeitswoche beschränken. "Wir müssen generell die Betreuungszeiten überdenken, diese sind auf normale Arbeitnehmer ausgerichtet, aber nicht auf diejenigen, die im Schichtdienst arbeiten oder auch an den Wochenenden." Dabei ist Schreiber klar, dass eine Änderung nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist. "Die Stadt sollte den Bedarf bei Eltern und den Unternehmen abfragen. Dann kann man mittelfristig andere Modelle entwickeln."

Hörstmann wäre schon froh, wenn die Stadt kurzfristig die Wirtschaft von den längeren Öffnungszeiten im Gertrud-Kock-Haus unterrichten würde. Hier bestehe offensichtlich ein Kommunikationsproblem. "Es stellt sich schon die Frage, warum das bei den Betrieben nicht bekannt ist." Die nächste Frage sei, ob diese Kitaplätze auch an den Wochenenden und an Feiertagen geöffnet sind. "Sollte dies nicht der Fall sein, ist es wohl doch nachdenkenswert, wie so eine Einrichtung aufgebaut werden kann", meinte Hörstmann.