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Celle Stadt Bewährungsstrafe für Körperverletzung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bewährungsstrafe für Körperverletzung
21:29 10.04.2018
Celle Stadt

Vor dieser schwierigen Frage stand der Vorsitzende Richter während der sechseinhalbstündigen Hauptverhandlung im Celler Amtsgericht, bei der acht Zeugen und zwei Sachverständige gehört wurden.

Der Angeklagte aus dem Celler Südkreis besitzt ein abgelegenes Freizeitgrundstück an der Fuhse bei Nienhagen, wo er sich an jenem Tag mit der Familie und dem befreundeten Jungen, der in einer Jugendhilfeeinrichtung lebte, aufhielt. Am Abend kam noch ein Bekannter hinzu.

Gegen 21 Uhr wollte der 52-Jährige mit einem Unimog eine kurze Strecke an der Fuhse entlang fahren, um Angelsachen zu holen. Dabei begleiteten ihn der Bekannte und der damals 14-Jährige, der auf dem Beifahrersitz saß. Das Fahrzeug kam vom Saumpfad ab und stürzte die Böschung hinab in den Fluss.

Der Angeklagte konnte sich verletzt aus dem Wasser befreien, der Junge wurde von dem schweren Wagen eingeklemmt. Der dritte Mann saß auf der Ladefläche und kam mit dem Schrecken davon. Beide Männer schilderten, wie sie vergeblich versucht hatten, den Wagen anzuheben und den Kopf des Jungen über Wasser zu bekommen.

Als die Rettungskräfte eintrafen, hatte der Junge schon zirka 20 Minuten unter Wasser gelegen und musste nach einem Herz-Kreislaufstillstand reanimiert werden. Er erlitt neben den Hirnschäden als Folge des Sauerstoffmangels unter Wasser auch diverse weitere Verletzungen, unter anderem Rippenbrüche, die durch das schwere Fahrzeug verursacht worden waren.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten wegen fahrlässiger Körperverletzung, ausgesetzt zu einer Bewährung von zwei Jahren, und darüber hinaus eine Geldauflage von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Es müsse deutlich werden, dass das Kind sein ganzes Leben unter den Folgen des Unfalls leiden werde.

Der Anwalt der Nebenklage, der den Jungen vertrat, forderte eine Verurteilung wegen grob fahrlässigen Verhaltens und eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Der Anwalt des Angeklagten stellte keinen Antrag zum Grad der Fahrlässigkeit, sondern gab dies in die Entscheidung des Gerichts.

Der Richter verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, ausgesetzt zu einer dreijährigen Bewährungszeit. Er muss außerdem 500 Euro an den Kinderschutzbund bezahlen und 600 Euro an die Malteser als Träger von Pflegeeinrichtungen.

Es sei ein extrem tragisches Geschehen gewesen, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe sich verschätzt, dies habe zum Unfall geführt und erfülle den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung.

Der Junge habe seine Zukunft verloren, das müsse geahndet werden. Zugute halte er ihm allerdings sein ernsthaftes Rettungsbemühen, das bis zur eigenen Erschöpfung gegangen sei. (tin)

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