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Celle Stadt Bewegende Reise in die Vergangenheit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bewegende Reise in die Vergangenheit
17:30 16.06.2017
Von Gunther Meinrenken
"Waisenkind" Ingrid Verhas und ihre Tochter Martina Hillebrecht sitzen im Café Kiess auf dem Platz, wo die 75-Jährige sich vor 60 Jahren immer mit ihren Jugendfreundinnen Bärbel Jagau und Hiltburg Lampe getroffen hat. Quelle: Alex Sorokin
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Verhas, die mit Mädchennamen Grundmann heißt, war jetzt zur diamantenen Konfirmation in der Stadtkirche nach Celle zurückgekehrt. Im Vorfeld hatte sie nach ihren beiden Mitschülerinnen gesucht, die dem Waisenkind Verhas damals ein Stück Familie geschenkt hatten, jedes Mal, wenn sie sonntags zum Essen bei Bärbels oder Hiltburgs Eltern eingeladen war. Verhas hat das nicht vergessen, wollte die beiden nach Jahrzehnten, in denen sich die Freundinnen aus den Augen verloren hatten, wiedertreffen. Aber Bärbel ist vor ein paar Jahren gestorben. Und Hiltburg hatte bereits einen kleinen Urlaub geplant. "Aber wir holen das nach. Sie lebt jetzt in Süddeutschland. Sie hat von einer Freundin erfahren, dass ich sie suche und angerufen. Wir haben zwei Stunden lang miteinander telefoniert."

Doch auch ohne ein Treffen mit ihren Jugendfreundinnen wurde der Kurztripp nach Celle für Verhas zu einer bewegenden Reise in ihre Vergangenheit. Sie erinnert sich an Dreharbeiten mit O. W. Fischer, Schlittschuhlaufen auf den Dammaschwiesen, Eis essen bei Talamini, aber auch an die schwere Zeit im Waisenhaus an der Fritzenwiese. Mehrmals stockte ihre Stimme, schossen Verhas Tränen in die Augen.

Auch vor Rührung, wie sie jetzt in Celle aufgenommen wurde beim Treffen der diamantenen Konfirmanden. "Alle waren sehr liebevoll, ich bin oft angesprochen worden, musste die ganze Zeit erzählen. Am Abend war ich fix und fertig", berichtete sie. Verhas hat die "entzückende Stadt" und vor allem die Celler neu lieb gewonnen. In ein paar Wochen wird sie zurückkehren, um Hiltburg in Celle zu treffen.