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Celle Stadt Bezaubernde Bläserklänge im Hof des Celler Schlosses
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bezaubernde Bläserklänge im Hof des Celler Schlosses
13:09 21.07.2014
Das Oktett „Celler Nachtmusique“ beim Auftaktkonzert der Reihe „Eine kleine Hofmusik“ - am vergangenen Sonnabend im Hof des Celle Schlosses. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Mit einem glänzenden Auftakt begann in diesem Jahr die Konzertreihe „Eine kleine Hofmusik“ im Hof des Celler Schlosses mit einem Konzert des Bläser-Oktetts „Celler Nachtmusique“. Schon eine Dreiviertelstunde vor dem Beginn waren die 250 regulären Sitzplätze fast komplett besetzt. Das Ambiente und die Akustik des Innenhofs verstärkten die Wirkung der bezaubernden Bläserklänge und ließen das Publikum dahinschmelzen.

Das Konzert finde auch im Rahmen der Landesausstellung über die Epoche der Personalunion statt, erklärte Moderator und Klarinettist Martin Pfister in seiner Begrüßung. Daher habe man die Werke von Komponisten ausgewählt, die in diese Zeit gehörten. Das habe man aber nur „bis zur Pause“ durchhalten können. Das Programm konzentrierte sich auf die Werke von drei Komponisten, und die Auswahl der Komponisten, die für die Zeit der Personalunion standen, überraschte kaum: Georg Friedrich Händel (1685–1759) hatte den kurfürstlichen Hof in Hannover schon vor dem Beginn der Personalunion Richtung London verlassen. Später komponierte er dann für Georg I. die „Wassermusik“, die, wie Martin Pfister berichtete, tatsächlich auf der Themse uraufgeführt wurde. Nun ist die Wassermusik schon vielfach aufgeführte worden, aber in der Besetzung der Celler Nachtmusique mit je zwei Oboen, Klarinetten, Fagotts und Hörnern klang sie noch einmal anders. Allein die beiden kräftigen, zügig schreitenden Fagotts im Kontrast zu den melodiös klagenden Oboen gaben den Stücken einen faszinierenden Klang.

Auch die Wahl des zweiten Komponisten, der mit London in Verbindung gebracht werden kann, lag auf der Hand: Joseph Haydn (1732- 1809) hatte ebenfalls mehrere Jahre lang große Erfolge in London gefeiert. Zudem hatte er ein Oktett in F-Dur geschrieben, das sich natürlich für den Abend anbot. Sehr intensiv und variationsreich klang das Andante, es wechselte zwischen verspielten Passagen und dramatischen Klängen.

Dann war es vorbei mit dem Thema „Personalunion“. Der zweite Teil widmete sich vollständig einer Suite von neun Stücken aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet (1838-1875) in einem für „Harmoniemusik“ von Andreas Tarkmann arrangierten Satz. Das Oktett wurde in diesem Teil von Eckart Altenmüller (Querflöte) und Maria Meynecke (Kontrabass) ergänzt. Insbesondere die Querflöte konnte den Klang noch verbessern.

Dank des leichten Halls des Schlosshofs klang sie etwas irreal und märchenhaft. Die Melodien einer der beliebtesten Opern waren zu einem großen Teil bekannt, und Pfister gab freundlicherweise noch zu dem einen und anderen Stück einen Hinweis. Den Höhepunkt bildete dann zum Schluss das „Torerolied“, das die Celler Nachtmusique schwungvoll, aber auch filigran vortrug. Klasse!

Von Peter Bierschwale