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Celle Stadt Bibliotheksgesellschaft feiert Theologen und Prediger Johann Arnd
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bibliotheksgesellschaft feiert Theologen und Prediger Johann Arnd
21:35 17.03.2015
Pastorin Anna Wißmann (links) - und Rezitator Hermann Wiedenroth gestalteten den Arnd-Abend - im Celler Kanzleicafé. Quelle: Eingesandt
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Johann Arnds Werke sind die am weitesten verbreiteten evangelischen Erbauungsbücher überhaupt. Die berühmten „Vier Bücher vom wahren Christentum“ haben bis heute 300 Auflagen erlebt. Weiter zu nennen ist das „Paradiesgärtlein“ mit vielen Gebeten.

„Wortmächtig für den Glauben“ war der Titel dieses Abends. Wortmächtig waren auch die Interpreten: Pastorin Anna Wißmann, in Celle aufgewachsen, stellte Arnds Leben und Werk lebendig vor. Der Rezitator Hermann Wiedenroth brachte eindringlich zwei Textbeispiele zu Gehör.

Als Sohn eines Dorfpfarrers und Urprotestanten wurde Johann Arnd 1555 in Edderitz geboren. Trotz des frühen Todes des Vaters konnte er studieren – erst Medizin, dann Theologie. Sein Lebensziel war damit gesetzt, er verfolgte als „geistlicher Arzt“ das „Heil des ganzen Menschen“. Den tätigen Glauben forderte er nicht nur, er lebte ihn vor. Die letzten zehn Jahre seines Lebens war er in Celle Generalsuperintendent für das Fürstentum, unternahm Visitationsreisen und schuf eine kirchliche Ordnung für das ganze Land.

Daneben hat er von Celle aus ein gewaltiges schriftstellerisches Werk geschaffen. Er wurde in viele europäische und asiatische Sprachen übersetzt. In Amerika waren die „Vier Bücher vom wahren Christentum“ das erste neu gedruckte Buch in deutscher Sprache (1751). Die deutsche Literatur verdankt Johann Arnd eine Erweiterung ihrer Formen und Sprache. Seine Worte der Innerlichkeit legten nicht nur den Grundstock für den Pietismus, sie inspirierten auch viele nach ihm.

Hermann Wiedenroths bewegende Rezitation aus Arnds Predigt zum Sonntag Laetare beeindruckte die Zuhörer.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt