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Celle Stadt Bienvenue in Celle: Zum Schlossfest feiern à la francaise
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bienvenue in Celle: Zum Schlossfest feiern à la francaise
14:27 10.08.2017
Tour de France – Das Große FrankreichquizBordeaux, Baguette und Bécaud? Was ist denn eigentlich„typisch“ französisch? Eine spaßige Quiz-Tour de Francedurch die Welt des französischen Films und Chansons,der Geschichte und Regionen, der Mode und des Lebensstils und vieles mehr.Zu sehen am Sonntag um 15.15 Uhr auf der Bühne vor dem Schloss. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Das Residenzmuseum und seine Kooperationspartner – das Schlosstheater und die theaterpädagogische Abteilung des Bomann-Museums – haben sich in diesem Jahr für ein französisches Motto entschieden. Und so spinnen die Veranstalter den roten Faden von der Gastronomie, über musikalische und theatralische Auftritte bis hin zur „Insel“ der Händler mit schönen Dingen und französischen Autos auf dem Areal um den Schlossberg herum.

„Das jahrhundertealte Celler Welfenschloss, mit seiner Parkanlage im Herzen der alten Residenzstadt Celle, bietet eine wunderbare Kulisse für ein Fest „à la française“. Ludwig XIV. und der Hof von Versailles prägten die barocke Hofkultur Europas. Auch die letzte Celler Herzogin stammte aus Frankreich. Eleonore d’Olbreuse erlebte durch eine Liebesheirat einen glanzvollen Aufstieg und brachte französisches Flair an den Celler Welfenhof: Also der beste Anlass, die Zeit für amouröse Geschichten und französisch inspirierte Kultur in einem Fest wieder aufzunehmen und es neuzeitlich zu interpretieren“, sagt Juliane Schmieglitz-Otten, Leiterin des Residenzmuseums. CZ Mitarbeiterin Doris Hennies sprach mit ihr über die Inspiration von „Savoir Vivre“, der Strahlkraft des Barockschlosses und seiner Geschichte.

Warum braucht es bei so vielen Festen in Celle noch ein spezielles Schlossfest?

Das Wort „speziell“ trifft es schon gut. Das Schloss wiegt nicht nur in seiner Bedeutung stark im Zusammenhang mit Celler Geschichte. Es ist auch das Schmuckstück, auf das die Celler mit Recht stolz sind. Seine zentrale Lage – die Tatsache, dass es mehr als ein Museum beherbergt, sondern auch ein historisch bedeutendes Theater, mit einem modernen Theaterbetrieb – spannen einen interessanten Bogen zwischen früher und heute. Es ist ein Bauwerk, das nicht nur aus dem Gebäude, sondern auch der umgebenden Parkanlage besteht und das genutzt und bevölkert wird. Menschen erobern sich Schloss und Umfeld auf ihre Weise und doch gibt es ein Stück Dornröschenschlaf. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen darin mehr sehen als ein „Wahrzeichen“. Die wunderbaren alten Bäume laden zum Verweilen, Durchatmen und „die Seele baumeln“ ein. Von diesem individuellen Charme sind Besucher immer wieder begeistert. Deshalb wollen wir mit dem Fest ein Erlebnis besonderer Art für die Celler und ihre Gäste ausrichten, die die Strahlkraft und auch das sinnliche Erleben des Schlosses in vielen Fassetten in den Mittelpunkt rückt.

Warum ist das Schlossfest in diesem Jahr „französisch“?

Wir hatten ja zu jedem der vergangenen Schlossfeste einen Landesbezug: Einmal war es Italien, besonders inspiriert durch die Kunst, ein anderes Mal England, wegen des Bezugs zum englischen Königshaus sowie dem aktuellen Abzug der englischen Soldaten aus Celle. Natürlich hat das Schloss mit seiner Geschichte einen ganz besonderen Bezug zu Frankreich. Da ist die höfische Sprache, Etikette und Kultur, die aus Frankreich alle europäischen Adelshäuser beeinflusst hat. Auch das Celler Schloss hat seine Gestaltung den Einflüssen aus Versailles zu verdanken: Sowohl die Bauweise, als auch die Einrichtung – Prachtflure, höfisches Zeremoniell, Kleidung. Es gab so Vieles was aus Frankreich abstrahlte – bis hin zur Aufnahme hugenottischer Flüchtlinge, die in Celle eine neue Heimat fanden.

Das Motto heißt „tres charmant“ – mit einer Betonung zum Hier und Jetzt?

Oh ja, ganz bestimmt. Es ist der Aspekt des leichten, spielerischen „Savoire Vivre“, das mit französischer Lebensart und viel Charme verbunden ist. Das gibt eine perfekte Vorlage für ein vielfältiges Programm: Kleinkunst, Musik und Theater, kulinarische Köstlichkeiten, charmante Verkaufsstände und prachtvolle Kostüme, etwa vom Barockensemble Herrenhausen. Das Duo MademoiCelle bringt französische Chansons, Monsieur Momo verzaubert das Publikum und schließlich klingt der Samstagabend mit einem bretonischen Tanzfest aus. Am Sonntag spielt das Duo „Pour l’amour“ und Martin Gehrmann versprüht Pariser Charme mit seinem Akkordeon. Besucher können sich auf eine Quiz-Tour de France begeben und ihre Frankreich-Kenntnisse auf die Probe stellen. Es gibt viel zu erleben an diesen beiden Tagen. Das Programm für Kinder und zahlreiche Sonderführungen durch das Schloss und hinter die Kulissen des Theaters runden das Angebot ab. Für Literaturfreunde gibt es die „Bouquinistes“, die an der Schlossgraben-Seine ihre Bücher präsentieren und feilbieten. Und wir hoffen, dass die Besucher die Atmosphäre genießen und sich bei einem Glas Wein fast wie Gott in Frankreich zu fühlen.

Von Doris Hennies