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Celle Stadt Biertrinker haben schweren Stand auf dem Weinmarkt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Biertrinker haben schweren Stand auf dem Weinmarkt
16:56 29.07.2017
Von Christian Link
Der Celler Weinmarkt bietet für alle etwas: Jörg und Dagmar Rosengart stoßen mit alkoholfreiem Bier und Prosecco an. Quelle: Christian Link
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Seit vier Jahren schenkt Adolph, der seit März 2016 auch die Blumläger Kneipe „Dackels Krohne“ betreibt, schon auf dem Weinmarkt seinen Gerstensaft aus. Dass er mit seinem Bierstand vor Karstadt tendenziell im Abseits steht, nimmt er ganz sportlich. „Es ist ein guter Platz und das Bier gehört ja auch nicht mitten auf den Weinmarkt“, sagt er.

Theoretisch dürfte er auch Wein ausschenken, aber Adolph will dem Winklers-Stand direkt nebenan keine Konkurrenz machen: „Das wäre unfair, der Didi schenkt ja auch kein Bier aus.“ Und schließlich kenne er seinen Nachbarn schon von klein auf. Außerdem läuft der Laden. „Mein Absatz wird von Jahr zu Jahr immer besser“, sagt er. Daran habe natürlich auch das Wetter seinen Anteil. Bei sommerlichem Wetter war der Weinmarkt gestern so gut besucht, dass es schwierig war, einen Sitzplatz zu finden.

Dagmar und Jörg Rosengart aus Celle hatten sich noch zwei Plätze sichern können. Während sie einen Prosecco Pfiffikus von Achenbach genoss, hatte er sich für ein Glas Bier entschieden. „Das ist das einzige alkoholfreie Getränk hier, das nicht nur süß und klar ist und Geschmack hat“, begründete der Biertrinker seine Wahl. Kulinarisch ist das Ehepaar offen. „Wir gehen auch aufs Bierfest, wo es nur Bier gibt“, sagt Dagmar Rosengart. Für die Stadt seien beide Veranstaltungen ein großer Gewinn. „Celle braucht diese Feste, damit hier Leben ist und nicht nur eine tote Innenstadt“, sagt Jörg Rosengart.

Inmitten von Weintrinkern genießt auch Martin Broocks ein kühles Pils. Die Frage, ob er als Biertrinker auf dem Weinmarkt schief angeschaut wird, verneint er zwar. Doch seine Sitznachbarin widerspricht. „Ich habe schon etwas komisch geguckt“, sagt seine Ehefrau Daniela, die ein Weißweinglas vor sich stehen hat.

Dem Rebensaft ist aber auch Herr Broocks nicht grundsätzlich abgeneigt. „Ich bin ja wegen der kulinarischen Genüsse und wegen der tollen Atmosphäre hier“, sagt er. Ob er später auch einen Wein probiert? „Das will ich jetzt nicht ausschließen.“ Schließlich hat das Ehepaar auch schon die Heimfahrt organisiert. „Wir nehmen vermutlich ein Taxi, damit sind wir unabhängiger als mit dem Shuttle-Bus“, sagt Martin Broocks. Schließlich koste das Weinmarkt-Shuttle 4,50 Euro pro Person. Und auf mehrere Personen verteilt, sei eine Taxifahrt zurück nach Garßen nicht viel teurer.