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Celle Stadt Bilder voller "Klang und Licht" in Celler Galerie Halbach
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bilder voller "Klang und Licht" in Celler Galerie Halbach
17:20 13.06.2016
Die Galerie Halbach eröffnete am Samstag die Ausstellung „Klang und Licht“ mit Gemälden von Till Warwas. Quelle: Michael Schäfer
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Till Warwas ist kein Unbekannter und als Künstler geschätzt in Celle. Das merkte man nicht nur an dem Besucherzustrom zur Vernissage am Wochenende in der Galerie Halbach, sondern auch daran, dass schnell die ersten Bilder ihre Liebhaber fanden. Zum vierten Mal stellt der Künstler seine Landschaftsmalereien und Stillleben bei Ute Halbach-Meinecke aus – und die bekennt: „Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich seine Originalwerke aus der Schutzfolie wickeln darf und bei uns präsentieren kann.“ Offenbar geht es nicht nur ihr so.

„Klang und Licht“ heißt der Titel der aktuellen Ausstellung – und der erschließt sich beim Betrachten der Bilder von Till Warwas ganz schnell. Seine Landschaften sind empfindsame Momentaufnehmen, eine Huldigung an die Natur, die ihre eigene Inszenierung schafft … Wolken, Meer, wogende frischgelbe Rapsfelder … man hört beim „In-die-Betrachtung-Versinken“ förmlich Wind und Wetter, Rauschen und Vogelgezwitscher.

Die Landschaftsgemälde entstehen direkt in der Natur – unter allen Wetterbedingungen, was eine Herausforderung besonderer Art bedeutet: ein geschultes Auge, ein Moment und eine Ansicht, die festgehalten werden will. In der sich kontinuierlichen Veränderung von Licht, Schatten und Bewegung gilt es den Augenblick zu erfassen und auf Leinwand zu bannen, der nicht nur die Optik, sondern auch die Stimmung, die Farben und das Gefühl einfangen kann. Till Warwas gehört unter anderem zur Gruppe Norddeutscher Realisten, die sich regelmäßig zu „Pleinairs“ – dem gemeinsamen Malen in der freien Natur – treffen.

Wenn die „Freiluftsaison“ zu Ende ist, zieht sich der Bremer Künstler in sein Atelier zurück und beginnt mit seinen Stillleben. Auf Flohmärkten und in Trödelläden findet er seine Objekte. Hier bestimmt die Intuition des Meisters die Komposition. Nichts ist zufällig, entwickelt aber in der Zusammenstellung eine ganz eigene Symbiose zueinander. Krüge und Flaschen aus verschiedenem Material und dementsprechend unterschiedlichen Lichtreflexionen treffen auf reife Früchte, Blumen und manchmal ganz spielerischen Zutaten, wie Schneckenhäuser, Windrad oder hölzerne Modellhand. Stets dient ein kunstvoll drapiertes Tuch als Basis – jeder Faltenfall, jedes Detail, jede Lichtreflexion ist dabei so exakt wiedergegeben, dass die scheinbar so real wiedergegebene Konstruktion in eine kunstvoll-künstliche Parallelwelt umkippt.

Von Doris Hennies