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Celle Stadt Bilder von Gott als Lobpreisung in der Celler Schlosskapelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bilder von Gott als Lobpreisung in der Celler Schlosskapelle
21:39 30.10.2016
Celle Stadt

Die Initiatorin möchte, in Kooperation mit der Stadtkirche, auf die Schönheit und Bedeutung dieses besonderen Kirchenraumes aufmerksam machen: „Die Celler Schlosskapelle mit ihrem faszinierenden Gemäldezyklus des Antwerpener Malers Marten de Vos ist eines der schönsten Zeugnisse norddeutscher Renaissancekunst. Wir bemühen uns, die Schätze der Kapelle wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.“

Die Entdeckungsreise per Fotoapparat hat einige, oft ganz am Rande zu findenden „Gottesbilder“ zum Vorschein gebracht. Bilder von Gott als altehrwürdiger Herr und Vater – mit väterlich-segnendem oder tadelndem Blick auf die Welt und seine Schöpfungen. In einem Bildausschnitt beugt sich der Herr sogar ganz symbolisch über die Weltkugel samt Flora und Fauna – und mitten unter ihnen – einer Spiegelung gleich – Gott selbst noch einmal. Hier ist er deutlich in und um die Welt.

Einmal kaum zu erahnen – als Auflichtung dunkel-bedrohlicher Gewitterwolken (im Altarbild der Kreuzigungsszene), dann wieder in Öl und Stuck als reinweiße Taube – Friedens- und Hoffnungsbringer und Symbol des Heiligen Geistes. Oder nur als eingefügter Namenszug in hebräischen Buchstaben über einem Engel.

Bildnisse von Gott – aber sind die in der reformatorischen strengen Ansicht auf Gebote und Bibel nicht eigentlich tabu? – „Du sollst dir kein Bildnis machen …“ – Der Theologe Michael Stier gibt eine Erklärung: „Wenn wir von Gott reden, dann fehlen uns die Worte – wie sollte man ihn beschreiben und erklären. Da ist eine Bildsprache eine mögliche Ergänzung, dort darf es „Ungesagtes“ geben. Ein Bild wird einer Person, schon gar nicht Gott, nie gerecht werden und ist deshalb als Hilfsmittel probat.“ Und Juliane Schmieglitz-Otten ergänzt, dass trotz Übersetzung der Bibel viele Menschen nicht lesen konnten und daher auf die Unterstreichung des Gehörten durch Bilder angewiesen waren. „Die Reformation hat Götzenbilder verfemt, sie aber durch neue, tiefergehende ersetzt. Sie dienten keiner Anbetung, sondern spiegelten eine Lob-Preisung, das Bekennen von Zugehörigkeit und Gottes Größe wider.“

Begleitet wurde der Abend von Boyana Robillard an der Gitarre und Dominic Robillard an der Erzlaute. An der Orgel saß Claudia Griesser. Doris Hennies

Von Doris Hennies