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Celle Stadt Blick hinter die Kulissen von Berkefeld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blick hinter die Kulissen von Berkefeld
12:25 19.06.2017
Von Dagny Siebke
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Fotocredit
Celle Stadt

Thorge und Emmely sind gerade dabei, Wasserexperten zu werden. Beim Tag der offenen Tür zum großen Jubiläum von Veolia-Berkefeld haben die Mitarbeiter einen Wasserparcours vorbereitet. Gerade testen die Kinder, welche Stoffe Wasser besonders gut filtern. Zum Experimentieren stehen ihnen Sand, Kies und Aktivkohle zur Verfügung. Sie gießen eine rosafarbene Flüssigkeit über die Aktivkohle. Langsam sammelt sich unten im Glas klares Wasser. "Schaut mal, welche Farbe das Wasser jetzt hat", sagt Veolia-Mitarbeiterin Emna Zayani und erklärt den Kindern in einfachen Worten, was passiert ist. Weiter entlang des Parcours gibt es noch Enten zu Angeln und mit einem Wurf eine ganze Wassertonne zu versenken.

Doch auch die Erwachsenen konnten am Samstag bei Veolia Water Technologies zu Wasserexperten werden und hinter die Kulissen des Unternehmens schauen. "Wir machen das nicht oft", betont Veolia-Sprecher Stefan Jakubik. "Zum letzten Mal haben wir zum 100. Geburtstag Betriebsführungen angeboten." Dafür sind zum Tag der offenen Tür mehr als 100 Mitarbeiter im Einsatz und haben sich verschiedene Stationen überlegt. Jakubik schätzt, dass rund 2000 Celler die seltene Gelegenheit genutzt haben, sich die Anlagen zur Wasseraufbereitung genauer anzuschauen.

Simon Niegebar führt die Besucher durch das Labor und erläutert, mit welcher Geschäftsidee Wilhelm Berkefeld 1892 das Unternehmen in Celle gegründet hat. Berkefeld gelang es, mithilfe von Kieselgur sauberes Trinkwasser aufzubereiten. "Die Entdeckung von Kieselgur war der Anfang der Firma. Diese wurde in Unterlüß abgebaut", so Niegebar. Im Labor zeigt er den Gästen Geräte für den Flockungstest, Geräte zur Wasseranalyse, aber auch Stoffe, die bestimmte Schadstoffe filtern.

"Welche Stoffe gibt es denn, um Nitrat aus dem Grundwasser herauszufiltern?", fragt eine Besucherin. Laborleiter Uwe Wesemann zeigt auf ein orangefarbenes Granulat namens Berkoresin. Das Verfahren sei gar nicht so schwierig und gar nicht so teuer, sagt er.

Die Chemiker erläuterten auch das Verfahren der Umkehrosmose, um aus Salzwasser Trinkwasser zu machen. Anwendung findet es zum Beispiel auf Kreuzfahrschiffen. Die meisten Kunden von Veolia-Berkefeld kommen aus der Getränkebranche, von Hilfsorganisationen, aber auch aus der Industrie. "Die Elektronikindustrie hat die höchsten Ansprüche, da diverse Edelmetalle mit möglichst reinem Wasser gespült werden müssen", erklärt Wesemann.