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Celle Stadt Blick in die Zukunft: Ein Tag in meinem Leben in 20 Jahren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blick in die Zukunft: Ein Tag in meinem Leben in 20 Jahren
14:30 09.03.2012
Dr. Claudia Wallner trug interessante Details zur Zukunftserwartungen von Celler Sch¸lern vor. Quelle: nicht zugewiesen
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Die Schüler gaben einen Einblick in ihr Innenleben, schilderten, wie sie sich ihr Leben mit Mitte 30 vorstellen. So unterscheiden sich Vorstellungen von Mädchen und Jungen im Kern kaum noch. "Das Leben beider spielt sich überwiegend am Arbeitsplatz und zu Hause ab“, sagt Wallner. Heirat und zwei Kinder - das ist das Ideal für Mädchen und Jungen gleichermaßen. Das Modell 'nur Hausfrau' ist out. Trotz ihrer Kinder sehen sich 13 Mädchen als vollzeitliche Arbeitskraft. Der Job nimmt für sie einen hohen Stellenwert ein und läuft der realen Entwicklung von Frauenarbeitsplätzen deutlich entgegen. „Das muss die Arbeitsmarktpolitik auf den Plan rufen“, sagt Wallner.

Mädchen nehmen übrigens mehrheitlich an, den Jungen zumindest ebenbürtig qualifiziert zu sein - auch im Beruf. „Wie die Offenheit der Mädchen für bislang weniger typische Frauenberufe erhalten bleiben kann und wie Mädchen für so genannte Männerberufe interessiert werden können, muss noch geklärt werden“, sagt Wallner.

Mädchen wohnen in luxuriös ausgestatteten Häusern, während Jungen nur wohnen wollen. Nicht Klamotten und Schuhe, sondern Haus und Auto stehen bei den Celler Mädchen ganz oben an, was Wallner als untypisch bezeichnet.

Familienarbeit ist Frauenarbeit, meint das Gros der Mädchen. Jungen sehen sich schon mehr am Haushalt beteiligt. Kinderbetreuung Putzen und Waschen ist allerdings nicht ihr Ding. Kinderplanung beginnt für Frauen um die 30. Kinder gehören auch in die Planung der Jungen, aber unklar scheint, was Mann mit ihnen zu tun hat.

Tage sind „durchgetaktet“. Ein Leben außerhalb von Job und Familie findet kaum statt, kaum Kultur, Freunde, Hobbies und kein politisches Engagement. Es bleibt bei Kindern, Arbeit, Haushalt, Couch. Da mag es tröstlich sein, dass die Befragung nur eine Celler Momentaufnahme sein ist und nicht repräsentative Qualität besitzt.

Von Gert Neumann