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Celle Stadt Blühstreifen im Kreis Celle helfen Bienen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blühstreifen im Kreis Celle helfen Bienen
18:36 14.07.2014
Senf, Phacelia, Sonnenblumen und andere Blühpflanzen am Rand von Maisschlägen bieten Bienen und anderen Insekten Pollen und Nektar. Quelle: Benjamin Westhoff
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Hobby-Imker Ottokar Soffner aus Hambühren vermisst die von der niedersächsischen Landesregierung zugesagte Unterstützung der Wild- und Honigbienen. Blühstreifen sucht er um Hambühren vergeblich, da in der Sommer- und Herbstzeit das Pollenangebot für die Bienen stark eingeschränkt ist, hat er auf seinem Grundstück eine zehn Quadratmeter große Blumenwiese angelegt, die Bienen und anderen Insekten eine abwechslungsreiche Nahrungsquelle bietet.

„Das ist die Wahrnehmung des Imkers. Sie ist aber so nicht richtig“, sagt Hans-Heinrich Hemme vom Landvolk Celle zu der Kritik des Bienenhalters. Tatsächlich habe das Blühstreifen-Programm in der Landwirtschaft Bestand, im kommenden Jahr werde es im Landkreis Celle auch kräftig ausgeweitet werden. Hemme geht bei der Prognose von den bisher vorliegenden Zahlen aus. Aktuell machen 25 Landwirte bei dem Programm mit und haben auf geschätzt 180 Hektar entlang ihrer Felder Mischungen mit mindestens fünf blühenden Arten angebaut, darunter gelb blühenden Senf, der sonst auch als klassische Zwischenfrucht angebaut wird, violett blühende Phacelia, die auch als Bienenweide bezeichnet wird, kleinblütrigen Buchweizen oder Sonnenblumen. Die genaue Mischung richtet sich nach den persönlichen Vorlieben der Landwirte.

540 Euro erhalten die Landwirte in diesem Jahr pro Hektar Blühstreifen. Im kommenden Jahr soll der Betrag auf 700 Euro steigen, weitere 100 Euro gibt es, wenn sich die Landwirte Imker suchen, die ihre Bienenstöcke an den Flächen aufstellen. Bei einer zweiten Variante sind die Blühstreifen mit 30 Metern doppelt so breit. Eine Hälfte wird bestellt, die andere bleibt brach liegen, im kommenden Jahr wird dann gewechselt. Dann sollen auf dem Brach-Streifen die Samen des Vorjahres auflaufen. Für diese Variante erhalten die Landwirte sogar 875 Euro. „Das ist wirklich lukrativ, das ist wirklich eine Alternative“, sagt Hemme. Auch wenn sich der Landwirt fünf Jahre an dem Programm beteiligen muss. Steigt er vorher aus, muss er das Geld zurückzahlen.

Hemme schätzt, dass 2015 mehr Landwirte mitmachen und die Blühstreifen-Fläche im Landkreis auf 400 Hektar wächst und sich damit mehr als verdoppelt. Die Landwirte können noch bis zum 30. September Flächen anmelden. Die Streifen dürfen nicht gedüngt und nicht mit Pflanzenschutzmitteln bearbeitet werden. Die Landwirte nehmen also in Kauf, dass sich auch Unkräuter breitmachen.

Bisher durften Landwirte nach Hemmes Angaben bis zu 15 Prozent ihrer Ackerfläche für Blühstreifen nutzen, künftig fällt auch diese Grenze. Maximal 30 Meter breit dürfen die Streifen ausfallen, es können aber auch komplette Flächen mit den Blühpflanzen bestellt werden.

Von Joachim Gries