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Celle Stadt "Blues Nacht“ mit wenig Blues
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Blues Nacht“ mit wenig Blues
14:15 11.12.2011
Bilder "Erste Celler Blues Nacht" in der CD Kaserne Quelle: Timo Kastern
Celle Stadt

CELLE. Der Blues dürfte als die Wurzel der heute so populären Musikrichtungen Jazz, Soul, Rock und Rock`n Roll gelten. Von den schwarzen Einwohnern Amerika geprägt bedeutet der Blues wörtlich in etwa: „Ich fühle mich traurig“ und leitet daraus schon die Grundstimmung ab. Melancholische Melodien mit sich wiederholenden Akkorden, die aber immer intensiv, impulsiv und mit viel Herz in der Kehle gesungen werden und gerne auch verschiedene Tempiwechsel durchlaufen - man will eben weinen und lachen gleichzeitig. Eine schwierige Aufgabe für Musiker..

Den Startschuss machte die „ Digger Barnes Band“ die sich „Verstärkung“ in Form eines Bläserquartetts mit auf die Bühne holten und zehnköpfig auftraten. Leider spielten sie viel zu laut, was viele der guten Stücke eindeutig quasi zerriss. Insgesamt eher Rock als Blues, tat sich das Publikum dann auch in der Aufwärmphase recht schwer mit der ersten Band.

Es folgten „Stars and Bars“, Celler Urgesteine, die schon auf unzähligen Veranstaltungen ihr können unter Beweis gestellt und mit Sängerin Annette Anders stimmlich eine gute Wahl getroffen haben. Hier kam zum ersten Mal ein wenig Blues-Stimmung auf, wenn auch noch reichlich viel Rock zu hören war.

Als dritte Band warf nun „So what“ alles in die Waagschale, um das bis dahin noch nicht in Stimmung geratene Publikum wachzurütteln, was ihnen dank grundsolider Spielart auch im Handumdrehen gelang: eindeutig der Höhepunkt des Abends. „So what“ spielt bereits seit über 20 Jahren zusammen, was man der Band anmerkt. Hier stimmte der Sound, die Lautstärke und auch stimmlich war hier alles wunderbar harmonsich und rund. Einzig den „Blues“ konnte man wieder nur in seinen „Sprösslingen“ des Rocks hören. Das Publikum feierte sogleich begeistert mit.

Insgesamt ein durchwachsener Abend, der durchaus etwas mehr „Blues“ verdient hätte.

Von Timo Kastern