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Celle Stadt „Bluesmagier“ sorgt für Gänsehaut
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Bluesmagier“ sorgt für Gänsehaut
16:18 09.04.2018
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Rund zwanzig Zuhörer sind an diesem Abend gekommen – zu wenig eigentlich, um einem Konzert des „Bluesmagiers“, wie ihn die Süddeutsche Zeitung nach einem Auftritt betitelte, Rechnung zu tragen. Der Funke springt trotzdem über: Intensiv, geradezu intim ist die Atmosphäre, wenn sich Netzer mit geschlossenen Augen dem Blues hingibt und fast schon selbstvergessen die Finger auf den Saiten tanzen lässt. Gleich drei Instrumente hat der passionierte Blues-Musiker im Gepäck, darunter eine Resonator-Gitarre aus dem Jahr 1933, die seinem Spiel den ursprünglich blechernen Klang verleiht.

„Backwater Blues“ von Blues-Legende Bessie Smith, „You Gotta Move“ von den Rolling Stones, „Me and Bobby McGee“ von Kris Kristofferson oder die gekonnte Blues-Version des George-Gershwin-Klassikers „Summertime“ – Netzers Programm gibt Blues und Folk ebenso Raum wie Ragtime oder Gospel. Meisterhaft wechselt der 61-Jährige zwischen temporeicheren Stücken und sanften Balladen, ist beim „Fingerpicking“ genauso versiert wie auf der Blues-Harp.

In den Zwischenmoderationen erweist sich Netzer als Conferencier mit unwiderstehlich trockenem Humor. Es sei unschwer zu erkennen, dass er aus Schwaben stamme – nicht gepfiffen sei daher für ihn geklatscht genug, sagt er. „Oder, wie es mir jemand nach einem Konzert mal mitteilte: ‚Herr Netzer, des hätt mer höre könne‘.“

Am schönsten sind aber die Momente, in denen das Blues-Urgestein Eigenkompositionen zu Gehör bringt – etwa „How Long Must This Story Go On“, ein gefühlvoller Blues-Song über einen guten Freund, der jahrelang gedacht habe, sein einziger Kumpel sei die Flasche Rotwein, verrät Netzer. Es sind seine eigenen Songs – mit kehliger, rauher Stimme ins Mikrofon gehaucht – die mehr als alles andere für echtes Blues-Feeling an diesem Abend sorgen, und das Publikum mit Gänsehaut auf den Armen zurücklassen.

Von Christina Matthies

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Michael Ende 09.04.2018