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Celle Stadt Blutkrebs: Celler Schützen starten Hilfsaktion
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blutkrebs: Celler Schützen starten Hilfsaktion
20:33 27.10.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Nach fünf Chemotherapien in sieben Monaten war Lansky im Juni fit genug für die Darm-OP. Doch im September kam der erneute Schock. Der Blutkrebs war zurück. „Nach dem Rückfall ist klar, dass nur eine Stammzellentransplantation mein Leben retten kann“, sagt Lansky, der jetzt hofft, einen genetischen Zwilling zu finden, mit dessen Stammzellenspende er die Krankheit besiegen kann.

Unterstützung erfährt Lansky dabei von seinen Freunden im Schützencorps Neuenhäusen, in dem er bereits seit 48 Jahren Mitglied ist. Unter dem Motto „Für Matze und andere“ wird am Samstag, 12. November, von 11 bis 16 Uhr in der Alten Exerzierhalle eine große Typisierungsaktion stattfinden, bei der die Celler sich registrieren lassen können. „Mir und dem Schützencorps geht es nicht nur um mich, sondern auch darum, dass vielleicht jemand anderes, der an Blutkrebs erkrankt ist, dadurch einen geeigneten Stammzellenspender findet“, betont Lansky.

Frank Schrader, Vorsitzender des Schützencorps Neuenhäusen, hat die Aktion groß aufgezogen. „Die Hilfsbereitschaft ist riesig. Wir haben bereits 70 Helfer, die uns vor Ort bei der Registrierung oder beim Kuchenverkauf helfen werden. Etwa 30 Personen von den Celler Hilfsorganisationen haben sich zur Verfügung gestellt, um Blut abzunehmen“, so Schrader. Nach der Veröffentlichung in der CZ rechnet er mit weiteren Cellern, die die Aktion unterstützen wollen. „Ein paar helfende Hände können wir noch gebrauchen.“

Dass eine Stammzellenspende unproblematisch ist und Leben retten kann, das hat der Wathlinger Marco Bode erfahren. Erst vor etwa zwei Jahren hatte sich der 24-Jährige registrieren lassen, schon ein paar Wochen später kam der Anruf der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Bodes Stammzellen passten zu einem 70-jährigen Amerikaner, der an Blutkrebs erkrankt war. „Die Entnahme der Stammzellen erfolgte über eine Blutfilterung. Dafür musste ich nur etwa 4 Stunden mit zwei Nadeln in den Armen ruhig liegen bleiben. Die DKMS hat alles drumherum organisiert und alle Kosten übernommen, vom Lohnausfall bis zur Hotelunterkunft“, will Bode zögerlichen Cellern die Angst nehmen. „Und bei der Registrierung werden nur fünf Milliliter Blut benötigt.“

Die DKMS stellt für die Registrierungsaktion sämtliches Material zur Verfügung und übernimmt die Kosten für die Typisierung, die etwa pro Person 40 Euro betragen, bittet aber die Bevölkerung um Spenden. „In Deutschland sind derzeit etwa 4,7 Millionen Menschen registriert. Wir wollen die Zahl der Spender erhöhen“, so Yvonne Entenmann von der DKMS.

Schirmherr der Aktion ist der Landtagsabgeordnete Thomas Adasch: „Die Diagnose Krebs ist für jeden Menschen niederschmetternd. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene in dieser Extremsituation Menschen haben, die sie unterstützen. Ich rufe alle Celler dazu auf, sich an diesem Tag als potentielle Spender registrieren zu lassen, um damit Herrn Lansky und anderen Betroffenen die einzige Möglichkeit auf Heilung zu ermöglichen.“