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Celle Stadt Bode:
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bode:
18:09 28.03.2012
Von Oliver Gatz
Blick in die Zukunft: Niedersachsens Wirtschaftsminister Jˆrg Bode (FDP) bei den IHK-Wirtschaftsgespr‰chen in der Alten Exerzierhalle. Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

Für die Attraktivität einer Region sei die verkehrliche Anbindung in heutiger Zeit ganz entscheidend, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) am Dienstag bei den Wirtschaftsgesprächen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg in der Alten Exerzierhalle. Seinen Angaben zufolge wird der zweite Bauabschnitt der Celler Ortsumgehung bis zur B 214 bei Altencelle im Frühjahr kommenden Jahres fertig sein. „Danach muss es unverzüglich weitergehen", so der Minister aus Celle vor rund 160 Gästen.

Dies fordert auch die IHK. „Nur durch die Realisierung der weiteren Bauabschnitte entfaltet die Ortsumgehung ihre Wirkung", betonte IHK-Vizepräsident Volker Weilep. Dieselbe Meinung vertritt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): „Nur der vollständige Ausbau wird die erhofften positiven Auswirkungen auf die Gewerbegebiete entfalten können."

Bode hätte sich gewünscht, dass man sich bei der Ortsumgehung – ähnlich wie beim Tunnelbau – von beiden Seiten vorarbeitet. Doch aus Rücksicht auf den Naturschutz sei das nicht machbar, erläuterte er. Als großen Erfolg betrachtet der Minister, dass die Celler Umgehung in den neuen Investitionsrahmenplan des Bundes aufgenommen wurde. Dort sind Bauvorhaben aus dem Bundesverkehrswegeplan aufgeführt, die in den nächsten fünf Jahren Priorität genießen. „Dass wir das geschafft haben, ist ein ganz wichtiger Schritt", betonte er. Mit Blick auf die geplante Allerquerung sprach Bode von einem Bauprojekt, „das immens Geld verschlingen wird".

Vor dem Hintergrund der Entscheidung der Landestraßenbaubehörde, die umstrittene Achse 20 bei der Ortsumgehung Groß Hehlen nicht weiter zu verfolgen, sprach Bode von einem „sauberen und rechtssicheren" Verfahren. Diese Trassenvariante wäre teilweise bis etwa 150 Meter an die Wohnbebauung im Westen des Stadtteils herangerückt. Das hatte zu Protesten geführt. Bode, der selbst am Buchholzberg in Groß Hehlen ein Haus besitzt, hatte versichert, dass er sich nicht in die Planungen eingemischt habe. Jeder könne sich sein Grundstück anschauen, sagte er. „Ich leide nicht unter Lärm." Das wäre auch bei der Verwirklichung der anderen Trassenvarianten nicht der Fall gewesen. Außerdem: „Nicht ich bin für die Trasse zuständig, sondern der Bundesverkehrsminister."

Groß Hehlens Ortsbürgermeister Axel Fuchs (CDU) erwartet keine Einsprüche gegen die nun favorisierte Trasse 21, die in deutlich größerer Entfernung an der Wohnbebauung entlangführt. „Mit dieser Lösung können die Anwohner sehr gut leben", sagte er. Fuchs schätzt, dass die Straße – das fünfte und letzte Teilstück der Ortsumgehung – erst in zehn bis 12 Jahren verwirklicht wird.