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Celle Stadt Bomann-Museum: Mensch im Mittelpunkt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bomann-Museum: Mensch im Mittelpunkt
12:23 26.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Direktor Jochen Meiners in den neu gestalteten Ausstellungsräumen im Bomann-Museum. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Grauer Fußboden, mit abgesetzten weißen Streifen, dazu graue Schaukästen auf Metallpodesten. Den Charme einer Fertigungshalle werden künftig Teile des Bomann-Museums versprühen. Und das ist auch so gewollt. „Wir wollen hier den Charakter einer Werkhalle nachempfinden“, erklärte Museumsdirektor Jochen Meiners jetzt beim Rundgang durch den fast fertigen zweiten Bauabschnitt, in dem sich das Celler Museum mit dem Thema Mensch & Arbeit beschäftigen wird. Derzeit werden die Vitrinen, deren Innenleben mit kräftigen Farbtönen in rot, orange, lila, grün oder blau einen Gegenpol zum Industriegrau setzen, bestückt. Die Eröffnung ist für Ende Oktober vorgesehen.

Seit 2011 wird das Bomann-Museum komplett umgestaltet. Im ersten Abschnitt sind bereits die Themenschwerpunkte Entwicklung der Landwirtschaft und das bürgerliche Leben und Arbeiten in der Zeit vom 18. bis 20. Jahrhundert im Biedermeier-Haus und den beiden Stechbahn-Häusern aufbereitet worden. Im zweiten Abschnitt steht die Industrialisierung und deren Folgen auf das Leben der Menschen im Mittelpunkt. Möglichst verankert an der Celler Geschichte. Es werden Teile einer Fertigungsstraße ausgestellt und Firmen wie Trüller und Berkefeld vorgestellt. „In einem extra Saal werden wir uns mit den Persönlichkeiten der Unternehmer beschäftigen“, sagte Meiners. Das passt zur Gesamtkonzeption der Umgestaltung, die sich mehr an den Menschen, auch an den Arbeitern, orientieren soll.

Schon jetzt machen die neuen Räumlichkeiten einiges her. „Die Informationen zu den Exponaten und die Erläuterungstafeln oder auch das Glas in den Vitrinen werden bedruckt. Das ist zwar aufwändiger, aber es hält länger ist optisch attraktiver“, erläuterte Meiners. Die einzelnen thematischen Abschnitte sind farblich abgesetzt. Der Raum etwa mit den Unternehmerpersönlichkeiten ist in einem kräftigen Grün gestrichen, das Kapitel Flucht und Vertreibung erscheint in düster schwarzer Umgebung und im Dachgeschoss wird der Komplex über die Beginne des Tourismus, in dem es auch um die Heidemaler geht, in ein dunkles Lila getaucht. Hier befindet sich auch Meiners‘ Lieblingsteil der Ausstellung: „Wir werden die Heidedichter Hermann Löns und Arno Schmidt in unterschiedlichen Facetten gegenüberstellen. Das wird sehr spannend“, ist sich der Museumsdirektor sicher.

Angelaufen sind auch bereits die Vorbereitungen für den dritten Bauabschnitt, in dem es um das Leben auf dem Lande und die Geschichte der Region gehen wird und der zusammen mit dem zweiten Abschnitt Ende Oktober eröffnet werden soll. Von August bis zum Eröffnungstermin wird das Museum komplett geschlossen sein. Aus organisatorischen Gründen sei dies nicht anders möglich, so Meiners. Gunther Meinrenken