Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Bomann-Museum: "Reformation wichtigste Zeit Celles"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bomann-Museum: "Reformation wichtigste Zeit Celles"
18:04 18.01.2017
Hugo Vogel hat in seinem Ölgemälde festgehalten, wie Ernst der Bekenner in der Schlosskapelle zu Celle zum ersten Male das Abendmahl in beiderlei Gestalt – also mit Hostie und Wein - einnimmt. Heute noch zu sehen ist die Büste Ernst des Bekenners, die vor der Stadtkirche steht. Mehr über sein Wirken wird man ab Mitte Mai auch im Bomann-Museum erfahren.  Quelle: Niedersächsischen Landesmuseum Hannover
Celle Stadt

Unter dem Titel "Zeichen setzen" können Museumsbesucher vom 14. Mai bis 13. November erkunden, wie prägend die Reformation für die heutige Gesellschaft war. Insgesamt beläuft sich der Ausstellungsetat auf 580.000 Euro. 100.000 Euro Förderung kommen direkt vom Bund.

"Wir betrachten ausschließlich, was in Celle passiert ist", betont Meiners. So wuchs Herzog Ernst der Bekenner in Wittenberg auf, studierte und begegnete dort Luther und brachte die Reformation nach Celle. "Das war eine außerordentlich bedeutsame Zeit für Celle. Denn von dort aus sind wichtige Impulse ausgegangen." Im Mittelpunkt der ersten Ausstellung im Bomann-Museum stehen die wichtigsten Personen der Anfänge.

Die zweite Ausstellung im Bomann-Museum beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Reformation. "An vielen interaktiven Stationen zeigen wir, welche Spuren der Reformation im heutigen Alltag noch zu finden sind", erklärt Pressesprecherin Hilke Langhammer. So übersetzte Luther die Bibel nicht nur ins Deutsche, sondern gab auch erste Anstöße zu einer Schulbildung für alle – Jungen und Mädchen.

Die Celler Schlosskapelle ist ein Gesamtkunstwerk der Reformation. Um sie so lange wie möglich zu erhalten, kann sie nur selten besichtigt werden. Doch mittels 3-D-Technik erwacht die Schlosskappelle in der gotischen Halle des Residenzmuseums zu neuem Leben. Verschiedene Exponate werden mit Fotos und Film erläutert.

Wie Christen heute aus dem Geist der Reformation leben, veranschaulicht die Ausstellung in der Stadtkirche. Sie war der zentrale geistliche Ort der damals gut 1500 Einwohner zählenden Residenzstadt und um 1524 Schauplatz erster reformatorischer Regungen.

Begleitend zu den Ausstellungen werden jeden Sonntag Sonderführungen angeboten. An bestimmten Wendetagen wird jeweils die Seite einer prachtvollen Bibel umgeblättert. Die museumspädagogische Werkstatt wird Workshops zum Hoch- und Tiefdruck anbieten, da in Martin Luthers Zeit auch erste Flugblätter verteilt wurden. An einer Thesenwand können Wünsche für die Zukunft angepinnt werden.

Die große Festveranstaltung zum 125. Geburtstag des Bomann-Museums und des Museumsvereins wird am Samstag, 10. Juni, stattfinden. Die beiden Jubiläen werden mit einer kleinen Ausstellung gewürdigt. Diese wird sich vor allem den letzten 25 Jahren zuwenden. Für das Stadtjubiläum wird auch eine Ausstellung geplant über Streiflichter der Celler Stadtgeschichte. Die dazugehörigen Banner werden den Cellern im Laufe des Jahres an verschiedenen Orten in der Stadt begegnen.

Von Dagny Rößler