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Celle Stadt Bomann-Museum wird runderneuert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bomann-Museum wird runderneuert
15:49 24.08.2010
Von außen ein prächtiger Bau: Das Bomann-Museum wird jetzt auch „innen“ modernisiert. Vom reinen Betrachten der Vitrinen geht das Konzept in Richtung multimediale Darstellung und szenische Vermittlung von Inhalten. Quelle: TRC
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Kein „Umbau“ – wie Museumsdirektor Jochen Meiners ausdrücklich betont – sondern eine zeitgemäße, bedarfsorientierte „Umgestaltung der Ausstellung“ kommt in den nächsten drei Jahren auf das Celler Bomann-Museum zu. Denn dabei bleiben das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und seine Identität unangetastet, die räumliche und die Baustruktur bleiben also unberührt, auch das Bauernhaus und die zuletzt Mitte der 1980er Jahre restaurierte Ehrenhalle der hannoverschen Armee. Doch das rund 3000 Quadratmeter umfassende „Innenleben“ des Hauses soll bei dieser „größten Umgestaltung seit 1907“ einen kompletten Wandel erfahren, das Museum dadurch noch interaktiver werden. Objekte wie das Biedermeierhaus mit seinen Räumlichkeiten etwa oder land(wirt)schaftliche Entwicklungen sollen nicht nur anschaulich präsentiert, sondern in ihren historischen und sozialen Zusammenhängen einschließlich der Lebensbedingungen der Menschen, die hier wohnten, szenisch vermittelt werden. Überhaupt wird der Mensch im Gesamtkontext sehr viel mehr in den Mittelpunkt gerückt, seine Beziehungen und Abhängigkeiten zu Arbeit, Wohnraum und Mobilität. Begleitend dazu kommt die multimedial unterstützte chronologische Darstellung der regionalgeschichtlichen Entwicklung. Nach dem Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon und dem Celler Residenzmuseum wird das dann ebenfalls „zukunftsfähig umgestaltete“ Bomann-Museum – so Kulturamtsleiterin Susanne McDowell – „den Dreiklang am Schlossplatz“ adäquat abrunden.

Ein dafür gebildeter Beirat aus erfahrenen Professoren und „Machern“ auf den Gebieten Volkskunde, Regionalgeschichte und Museumsmanagement vereinigt in sich die erforderliche Kompetenz, um den eigenen Worten auch Taten folgen zu lassen. Denn nach Abschluss der noch andauernden Definitionsphase will man möglichst unverzüglich mit der Umsetzung beginnen, wie Meiners in einem Pressegespräch erläuterte. Im Frühjahr 2011 soll der Startschuss erfolgen, die Fertigstellung erwarte man etwa im Frühsommer 2013. Eine zwischenzeitliche Schließung sei dabei nicht vorgesehen. Für die Besucher werde es zwischen dem ungehinderten Zugang zu (noch) unveränderten und bereits umgestalteten Räumen schrittweise vorangehen. Lediglich die beliebten Sonderausstellungen werden in diesen zwei Jahren „natürlich etwas bescheidener“ gestaltet werden müssen.

Das Finanzvolumen wurde mit rund 3,156 Millionen Euro beziffert. Einzelheiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt von den Finanzierungspartnern (unter anderem das Land Niedersachsen und der Lüneburgische Landschaftsverband) erörtert werden.

Von Rolf-Dieter Diehl