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Celle Stadt Bomann- und Kunstmuseum feiern gemeinsames Sommerfest
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bomann- und Kunstmuseum feiern gemeinsames Sommerfest
20:01 15.08.2010
Kunst- und Bastelaktionen verführten beim Sommerfest des Bomann- und Kunstmuseums zum Mitmachen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Kultur zum Anfassen und Mitmachen haben die jungen Besucher beim gemeinsamen Sommerfest von Bomann- und Kunstmuseum am Wochenende erlebt. In der Druckwerkstatt erlebten die Kinder, wie Linoldruck funktioniert. Sie schnitten sich Platten mit selbsterdachten Mustern zurecht, färbten diese mit Textilfarbe und brachten sie auf Papier oder Stoff auf – individuelle Kunstwerke zum Mitnehmen.

In der Kreativwerkstatt „Perlenfieber“ entdeckten die kleinen Künstler ein Spiel aus der Zeit ihrer Eltern und Großeltern wieder. Mit Bügelperlen und Bügeleisen gestalteten sie fantasievolle Kreationen.

In den Räumen des Bomann-Museums stehen Veränderungen an, die gerade Kindern gut gefallen dürften. „In den nächsten drei Jahren wird hier umgestaltet. Im Herbst geht es los“, verrät die Historikerin Hilke Langhammer. Das Museum soll interaktiver werden. Der Teil der Ausstellung, der derzeit das Biedermeierhaus beinhaltet, soll sich künftig über zwei Etagen erstrecken. „Wir haben vor, das Geschoss darüber dem Biedermeierhaus zuzuordnen. Mit ausgesuchten Objekten soll die Epoche, der Begriff ‚Biedermeier’, der Zeitraum und das Gebäude an sich dargelegt werden“, so Langhammer. Es solle nicht mehr das Objekt, sondern der Mensch im Gesamtkontext im Vordergrund stehen. „Das bedeutet, es gibt weniger Beschriftungen und mehr vertiefende Informationen“, sagt die Historikerin. Um die Geschichte hinter dem Objekt zu transportieren, wäre etwa ein Audioguide denkbar. Damit wären Rundgänge für Erwachsene und für Kinder möglich. „Wir wollen den Besucher mitnehmen, Alt und Jung fesseln“, sagt Langhammer.

Einen weiteren Blick hinter die Kulissen ermöglichte der Restaurator Stephan Sowa. Er reinigte vor den Augen der Besucher das Gemälde „Kaufmannsfamilie Jacobs“. „Das ist eine Geduldsarbeit. Wir arbeiten mit so wenig Feuchtigkeit wie möglich“, sagt Sowa, während er die Leinwand mit einem Wattebausch abtupft. Ganz ohne Feuchtigkeit geht es nicht: Die Endreinigung erfolgt mit entmineralisiertem Wasser.

Holzrestaurator Christian Lühning-Reger bereitet derzeit eine Kutsche aus dem 19. Jahrhundert als Exponat für die Ausstellung auf. „Sie wurde bis kurz nach 1900 in der Bergstraße durch die Sattlerei und spätere Wagenfabrik Steinfeldt als Ausleger benutzt“, so Lühning-Reger. „Wir nehmen Kleinstproben von ihren Farblackierungen und untersuchen sie mikroskopisch. So lässt sich das ursprüngliche Erscheinungsbild rekonstruieren“.

Von Paul Gerlach