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Celle Stadt Brache im Dornröschenschlaf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Brache im Dornröschenschlaf
14:58 02.03.2012
Von Michael Ende
Industriebrache Stadtwerkegel‰nde soll entwickelt werden meint Joachim Ehlers Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE-NEUENHÄUSEN. "Bei der Diskussion um die Innenstadtentwicklung dürfen die angrenzenden Bereiche und Quartiere nicht ausgeblendet werden. Celle ist nicht nur die Altstadt" - das betont Joachim Ehlers (CDU): "Die Quartierentwicklung und vor allen Dingen die städtebauliche Entwicklung im erweiterten Kernstadtbereich muss ebenso weiter verfolgt werden." In diesem Sinne hat er jetzt im Ortsrat Neuenhäusen einen Antrag eingebracht, dem zufolge die Verwaltung gebeten wird, dem Ortsrat in der nächsten Sitzung einen Sachstandsbericht zur Entwicklung des ehemaligen Stadtwerkegeländes zu geben: In diesem Zusammenhang sollen ebenfalls die Möglichkeiten einer städtebaulichen Aufwertung des gesamten Quartiers westlich der Fuhsestraße aufgezeigt werden."

Bereits am 16. Mai 2006 habe die CDU-Fraktion im Ortsrat Neuenhäusen bereits per Antrag ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das ehemalige Stadtwerkegelände gefordert, erinnert Ehlers: "Bisher hat die Verwaltung diesbezüglich noch keine Planung vorgelegt. Nach unseren Informationen laufen die Pachtverträge im Jahr 2014 aus. Damit besteht nunmehr dringender Handlungsbedarf, die Optionen für dieses Gelände aufzuzeigen. Die Verwaltung ist gefordert, Vorschläge unterbreiten, wie das ehemalige Stadtwerkegelände künftig genutzt werden soll."

Die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Staus Quo als Industriebrache beeinträchtige erheblich das städtebauliche Gesamtgefüge im Bereich Fuhsestraße/Kirchstraße, sagt Ehlers: "Daher ist das gesamte Quartier in die Planung einzubeziehen. Die hervorragende Lage des Geländes zwischen Bahnhof und Zentrum in unmittelbarer Nähe zur Fuhse darf städteplanerisch nicht auf Dauer ungenutzt bleiben."

Ehlers: "Die entscheidende Frage lautet: Soll es städtebaulich entwickelt werden oder der gegenwärtige Status Quo als Industriebrache dauerhaft bestehen bleiben?" In zahlreichen Gesprächen seien immer wieder die hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten dieses Areals betont worden, zuletzt bei der Stadtteilbesichtigung durch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) im August 2011: "Wir wollen Klarheit, wie weiter verfahren werden soll.Nach unserer Auffassung bietet das Gelände mit seiner hervorragenden Lage vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Ob es zum Beispiel zum hochqualitativen Wohnstandort entwickelt oder die städtebauliche Idealvorstellung von „Wohnen und Arbeiten“ realisiert wird, in dem umweltverträgliches Gewerbe mit angesiedelt wird, muss man sehen."

Wie die jüngste Wohnungsmarktanalyse aufzeige, bestehe trotz zurückgehender Bevölkerung eine hohe Nachfrage an qualitativ hochwertigen Wohnungen in zentraler Lage. so ehlers: "Auf jeden Fall eröffnet dieses Gelände eine Vielfalt von städtebaulichen Möglichkeiten mit positiven Auswirkungen für die gesamte Stadt. Inwieweit Fördermöglichkeiten bestehen, oder das Areal einen Anreiz für Investoren darstellt, muss geprüft werden"

"Interessant" sei das Stadtwerkeareal vielerlei Hinsicht, sagt dazu der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: "Natürlich hat die Fläche Potenzial für städtisches Wohnen. Sie stand schon mehrfach im Fokus der Stadtplaner. Um die Fläche zu einem kleinen Zentrum zu entwickeln, fehlt uns allerdings zurzeit die Manpower. Durch Projekte wie Allerinsel, Stadtumbau West, Innenstadt, Hohe Wende, Feuerwehr-Akademie, Biogas, Windenergie, B-Plan Nordwall und so weiter sind die personellen Kapazitäten erschöpft. Man müsste dazu wohl ein externes Büro einschalten und einen städtebaulichen Wettbewerb organisieren."

Zu großen Teilen gehöre das Terrain den Stadtwerken und einigen privaten Eigentümern, erläutert Fischer: "Ein Problem ist die Belastung des Bodens. Im Bereich der genutzten Gebäude ist bereits saniert worden. Das ist unkritisch. Ansonsten gibt es einerseits die Gasometer-typischen Altlasten. Vor allem aber die Kampfmittel: Das gesamte Gelände lag nach dem Bombenangriff vom 8. April 1945 in Schutt und Asche . Dazu gibt es Kartierungen und Luftbilder. Ohne entsprechende Untersuchungen und umfängliche Räumungen kann man dort nicht besiedeln. "