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Celle Stadt Brandschutz wird bei Celler Hochhäusern groß geschrieben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Brandschutz wird bei Celler Hochhäusern groß geschrieben
17:32 03.07.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Extra-Hauskontrollen werde es jetzt in Celle nicht geben, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: "Die drei Brandschutzprüfer des Landkreises kontrollieren anlässlich der regelmäßigen Brandschauen den Zustand der Hochhausfassaden, insbesondere auf Veränderungen gegenüber dem genehmigten Bestand." Bei Neubauten wie etwa dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) werde ganz genau überprüft, dass alle Auflagen erfüllt würden: "Für Bauüberwachungen und Bauabnahmen werden uns die Bescheinigungen über die fachgerechte und bauregelkonforme Ausführung der Arbeiten von den Fachunternehmern vorgelegt. In komplexen Fällen wie etwa dem AKH kann ein Fachbauleiter die Ausführung der Arbeiten vor Ort überwachen."

"Anders als im Ausland haben wir in Deutschland sehr strenge Baurichtlinien. So müssen zum Beispiel Hochhäuser mit mehr als sieben Geschossen ein zweites Treppenhaus haben, Brandschutzabschnitte müssen gebildet werden, sodass der Rauch sich nicht im ganzen Haus verteilen kann, und auch Feuerlöscheinrichtungen und Brandmeldeanlagen sind inzwischen gesetzlich vorgeschrieben", sagt Bernd Müller, Ortsbrandmeister der Celler Feuerwehr-Hauptwache.

Bei der Fassadendämmung gebe es sehr strenge Richtlinien, weiß Müller: "Teilweise ist das Dämmmaterial in der Tat brennbar, aber es müssen feuerhemmende Barrieren eingebaut werden, die einen Feuerübersprung verhindern sollen." Allerdings komme es auf die Ausführung dieser Arbeiten an: "Bei der Bauausführung kann sich der kleinste Fehler rächen."

Das weiß auch Matthias Hardinghaus, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau GmbH (WBG), die mit rund 2000 Wohnungen der größte Anbieter am Celler Markt ist. Brandschutz sei bei allen Planungen ein zentrales Element: "Dabei geht es nicht nur um Feuerwehrzufahrten, Brandabschnitte und Flucht- und Rettungswege, sondern um die Einhaltung brandschutztechnischer Normen am konkreten Bauwerk." Darüber hinaus sei es für die WBG selbstverständlich, dass man ausschließlich mit Fachfirmen zusammenarbeite, die nach DIN-Standard zugelassene Materialien verbauten.

Dazu rät auch Wilhelm Götting, Obermeister der Celler Baugewerke-Innung: "Wenn Fachfirmen die Arbeiten übernehmen, dürfte es hinsichtlich es Brandschutzes keine Probleme geben." Kritisch könne es werden, wenn Bauherren eine Do-it-yourself- Dämmung verbauten: "Wenn dann nicht wenigstens der Oberputz von Experten gemacht wird, wird es heikel."

Die WBG handele nach dem anerkannten Stand der Technik, so Hardinghaus: "Insoweit sind keine Parallelen zu erkennen, die auf eine Wiederholung der Londoner Vorfälle in unseren Celler Objekten hindeuten. Zum Beispiel sind unsere höheren Gebäude in der Heese und am Herzog-Ernst-Ring nicht mit fragwürdigem Polystyrol gedämmt. Die wenigen Feuerwehreinsätze, die in den letzten Jahren WBG-Objekte betrafen, ließen sich überwiegend auf den klischeehaften Unglücksfall im Haushalt zurückführen." Vor Jahren habe es einmal Ärger mit einem „Feuerteufel“, der an einigen Dachstühlen gezündelt hatte, gegeben: "Aber auch hier blieb es glücklicherweise bei Materialschäden."