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Celle Stadt Briten-Häuser für junge Familien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Briten-Häuser für junge Familien
09:51 29.06.2012
Von Michael Ende
Billige Briten-H‰user f¸r junge Familien hier im Talweg Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE. „My home is my castle“ – „Mein Haus ist meine Burg“. Im Sinne dieses englischen Mottos möchte Celles OB Dirk-Ulrich Mende (SPD) die Residenzstadt um eine stattliche Anzahl „Burgherren“ bereichern. Möglich und auch nötig werde dies im Zuge des jetzt laufenden britischen Truppenabzugs, so der OB. Mit dem Weggang der zuletzt in Celle stationierten 599 britischen Soldaten und 540 Familienangehörigen werden 363 Wohneinheiten frei. Bisher gibt es keine verlässliche Zahl über die Wohnungen, die auch weiterhin für die Unterbringung von britischen Soldaten und ihren Angehörigen der neu in Bergen stationierten Einheiten benötigt werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) geht von mindestens 100 Wohnungen aus. Für den Rest müsse man sich schleunigst etwas einfallen lassen, so Mende: „Für die frei werdenden Immobilien, müssen wir uns ebenfalls intelligente Strategien überlegen, wenn nicht der gesamte Immobilienmarkt - wie jetzt schon in Bergen geschehen - einbrechen soll.“

Mende will einen Trend für Celle nutzen: „Wir erleben eine neue Welle des Zuzugs in die Städte. Wir brauchen junge Familien, wenn wir dem demografischen Wandel begegnen wollen. Deshalb denke ich daran, mit unserer Tochtergesellschaft WBG gemeinsam einen Teil der demnächst ehemaligen Briten-Wohnungen zu erwerben, um sie an Familien mit Kindern zu veräußern.“ Da gerade diese Familien oft über ein sehr wenig finanziellen Spielraum verfügten, wolle der OB ihnen den Einstieg ins Hausbesitzer-Leben zum Schnäppchenpreis ermöglichen: „Ich möchte mich mit der BIma darauf einigen, dass diesen Familien frei werdenden Häuser nicht zum Höchstgebot, sondern zum Verkehrswert verkauft werden.“ Dadurch, dass man so dafür sorge, dass die Häuser weiterhin bewohnt würden, erhalte man auch die damit zusammenhängende Infrastruktur in den derzeitigen Briten-Wohngebieten. Mende: „Daran ist mir sehr gelegen.“

Von den Briten aufgegeben wird nach Verwaltungsangaben die Wohnanlage im Talweg und Himmelsberg in Vorwerk. Für die dort angemieteten Wohnungen steht eine Rückgabe für September 2012 an. Der Schulbetrieb in der britischen Mountbatten School in der Wittestraße endet in den nächsten Wochen. „Der Landkreis Celle hat ein Interesse, die Liegenschaft zur schulischen Nutzung zu erwerben und möchte das Vorhaben alsbald realisieren. Gegenwärtig prüft die Stadt die planerischen und verkehrlichen Erfordernisse“, heißt es aus dem Rathaus. „Die Nachnutzung der Schule in der beschriebenen Art ist allerdings nur möglich, wenn als Ausgleich den britischen Streitkräften Räumlichkeiten zur Förderung ihrer Gemeinschaft als so genanntes Social-Meeting-Area zur Verfügung gestellt werden können“, so ein Verwaltungssprecher: „Die BImA hat dazu den Briten die Zusammenlegung von Wohnungen in der Klein Hehlener Mozartstraße angeboten. Die Verwaltung begrüßt diese Lösung sehr und geht davon aus, dass sich mit der Einrichtung des Treffpunktes keine nennenswerten Belastungen für das Wohnumfeld ergeben.“