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Celle Stadt Bruno-Gröning-Freundeskreis sorgt in Celle für Besorgnis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bruno-Gröning-Freundeskreis sorgt in Celle für Besorgnis
11:30 10.08.2010
Bruno Gröning (1906–1959), sorgte in den 50er Jahren mit „Geistheilungen“ für Furore. Quelle: nicht zugewiesen
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Die Gruppierung sorgt in Celle für Besorgnis. So warnt eine Bürgerin aus Lachendorf vor Grönings Anhängern. Sie hatte sich, angeregt durch einen Flyer, mit dem Freundeskreis intensiver beschäftigt.

Die „Bewegung“ bietet Filmvorführungen und Seminare im gesamten Bundesgebiet an. Sie wurde Ende der siebziger Jahre von Grete Häusler gegründet, die angeblich von Bruno Gröning selbst geheilt wurde. Selbiger sorgte in der Nachkriegszeit in ganz Deutschland für Furore als bekannt wurde, dass er Menschen mit Lähmungen oder Krebs allein durch seine Berührungen heilte. So wurden auf den meist groß angelegten „Messen“ Gegenstände verkauft, die der Geistheiler selbst in den Händen gehalten hatte.

Gemeinsam mit Otto Meckelburg rief Gröning den „Verein zur Erforschung Gröningscher Heilmethoden“ ins Leben. Notar des Gründungsdokuments war unter anderem Rechtsanwalt Hans Nebelsieck aus Celle, der im Juli 2000 seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Der ehemalige SS-Obersturmführer Meckelburg war nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel zeitweise bei seinem Schwiegervater in Celle, Spörckenstraße, untergekommen. In den fünfziger Jahren stand Gröning wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz mehrmals vor Gericht. Nach seinem Tod 1959 begannen sich neue Bewegungen zu organisieren, so auch der heutige Bruno-Gröning-Freundeskreis.

Von unterschiedlicher Seite wird die Gruppierung kritisch gesehen. So meint der ehemalige Sektenbeauftragte des Celler Kirchenkreises Edmund Nemetschek: „Die Gefahr besteht darin, dass wirksame ärztliche Hilfe durch den Besuch verzögert wird.“ Außerdem sei es seiner Meinung nach auch aus medizinischer Sicht fraglich, inwieweit Grönings „Heilströme“ eine Genesung herbeiführen sollen.

Jürgen Schnare, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche Hannover, stuft den Verein als sehr problematisch ein. Heilversprechungen dieser Art böten immer wieder Raum für Missbrauch, so Schnare. Ihm sei während seiner Beratungen aufgefallen, dass Personen, die mit dem Freundeskreis in Kontakt standen, sich in kürzester Zeit verändert hätten.

Seit eineinhalb Jahren mietet der Freundeskreis den Seminarraum am Lauensteinplatz 1a in Celle für Vorträge und Seminare. Vermieter und Geschäftsführer der Wichmann-Gruppe, Horst Wrubel, betrachtet die Anmietung des Freundeskreises als „rein geschäftliches Verhältnis“. Seinen Angaben zufolge seien ihm bisher keine negativen Meldungen zugetragen worden. Solange die Flyer des Bruno-Gröning-Freundeskreises in den Celler Apotheken zu finden seien, sehe Wrugel keinen Handlungsbedarf.

Von Manuel Zink