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Celle Stadt Buch beschreibt das Leben im Narjeshof
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Buch beschreibt das Leben im Narjeshof
20:06 05.02.2015
    Buchcover "Eike - Historischer Roman" Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Rein zufällig besuchte Friedrich Narjes in den 1990er Jahren das Celler Bomann-Museum. Als er durch den großen jahrhundertealten Bauernhof schlenderte, staunte er nicht schlecht über den Namen Narjeshof. Das war der Beginn einer umfangreichen Recherche über die Vergangenheit seiner Vorfahren aus der Lüneburger Heide. Auch zu den Mitarbeitern des Bomann-Museums hielt er Kontakt. Zunächst mündeten die Bemühungen in einem Ahnenbuch. Doch Narjes beeindruckten die Errungenschaften des Hochmittelalters so sehr, dass er nun einen historischen Roman mit dem Titel "Eike" verfasste. Schließlich war dies die Zeit, in der sich Städte entwickelten und sich allmählich die Arbeitsteilung ausbreitete.

Da der Buchautor mit seiner Frau bei Münster und in Österreich lebt, werde es wohl so schnell keine Lesung im Bomann-Museum geben. Der ehemalige Professor wolle erst einmal die Resonanz seines Buches abwarten, das im Principal-Verlag erschien. Auf 429 Seiten schildert der Autor den fiktiven Werdegang Eikes, der sich vom tölpelhaften Bauernjungen zum Schreiber eines hohen Adeligen mausert – in einer Zeit, in der es praktisch nur zwei Stände gab: den Adel, der stark mit den Geistlichen verquickt war und die Bauern. In dieser Umbruchszeit gab es noch keine Gilden und Zünfte, aber deren Vorläufer – die Schwurbruderschaften.

Der Namensgeber und Protagonist des Buches ist der Sohn eines Grundholden vom Kloster Walsrode. Die Handlung nimmt ihren Anfang in einem kalten Winter des Jahres 1176 auf dem Stammhof des Autors Friedrich Narjes. Auf den ersten 34 Seiten schildert er das Leben auf dem Bauernhof, der 1380 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Doch muss Eike vom heimischen Hof fliehen, nachdem er beim Wildern erwischt wurde. Auf der Flucht findet er Unterschlupf bei den rauen Sodkumpanen der Saline Lüneburgs. Doch seine Reise geht viel weiter. Von finsteren Machenschaften getrieben, wandert er nach Köln und in das Herzogtum Österreich. Mit dem Kreuzzug Barbarossas gelangt er nach Konstantinopel und schließlich vor die Mauern Akkons.

Von Dagny Rößler