Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Bücher sind für Kinder in Celle noch kein Auslaufmodell
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bücher sind für Kinder in Celle noch kein Auslaufmodell
17:21 01.04.2016
Die Kindertagesstätte Schlösschen stattete gestern der Stadtbibliothek einen Besuch ab. Nahezu täglich kommen Kindergruppen in die Stadtbibliothek, um in den Bücher zu schmökern. 
Celle Stadt

Dagmar Behrens kann das nur bejahen, denn täglich hat sie den Beweis vor Augen. Sie ist für den Kinderbereich der Stadtbibliothek Celle verantwortlich. Nicht nur am heutigen internationalen Kinderbuchtag schaut sie in die großen Augen des Nachwuchses - und daher weiß sie auch ganz genau, was bei den jungen Lesern angesagt ist.

"'Star Wars' geht natürlich immer, da haben wir auch eine Kollegin, die selbst Fan ist und immer darauf achtet, dass wir die neuesten Exemplare haben", sagt Behrens mit einem Schmunzeln. Aber auch "Die Olchis" sind ein Evergreen. Die kleinen grünen Wesen leben auf der Müllkippe und machen alles, was sonst den Kindern von Mama und Papa verboten wird: rülpsen, furzen, sich im Matsch rumwühlen und dreckig sein. Kein Wunder also, dass es inzwischen 28 Olchi-Buchtitel gibt.

Dazu kommen noch Klassiker, die wahrscheinlich schon die Eltern und vielleicht auch schon die Großeltern der Kinder verschlungen haben. Astrid Lindgren, Michael Ende und Otfried Preußler werden wohl auf ewig einen Platz in den Regalen der Kinderbuchabteilungen Deutschlands haben.

Laut Behrens hat sich im Kinderbuch-Bereich in den vergangenen Jahren viel getan: "Jetzt gibt es einfachere Bücher mit weniger Text und mehr Bildern. Das Angebot ist in diesem Altersbereich viel größer geworden."

Natürlich kann sich die Stadtbibliothek nicht vor den Neuerungen der Technik verschließen - und sie will es auch gar nicht: "Wir haben eine Tablet-Rallye entwickelt, bei der die Kinder verschiedene Aufgaben lösen müssen", erklärt Behrens. Die moderne Schnitzeljagd funktioniert so: Die Kinder suchen mit den von der Bücherei gestellten Geräten quadratische Flächen, die mit schwarzen und weißen Punkten bedeckt sind, sogenannte QR-Codes. Dann lesen sie diese mit dem Tablet ein und bekommen eine Aufgabe. Die müssen sie dann mit Hilfe der Bücher in der Bibliothek lösen.

Zudem gibt es eine App, mit der der Nachwuchs gemalte Feuerwehrautos und Vulkane in Bewegung bringen kann - zumindest auf dem Bildschirm. Diese Verbindung zwischen Printprodukt und digitaler Welt soll die Kinder dazu bringen, sich häufiger mit Büchern zu beschäftigen. "Denn Lesen ist sehr wichtig für die Sprachentwicklung", betont Behrens. Durch die Nutzung von Büchern würden die Kinder erst die Sprache lernen, die sie dann in den neuen Medien lesen. So passen neue Medien und die "alte" Bücherwelt wunderbar zusammen.

Von Alexander Hänjes