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Celle Stadt Bücherspende aber: "Stadt bleibt verantwortlich"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bücherspende aber: "Stadt bleibt verantwortlich"
16:25 22.12.2013
Von Michael Ende
Bücherspende für die Stadtbibliothek (von links): Jürgen Brandes, - Elke Haas, Susanne Schmitt, Petra Moderow und Susanne Kant. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Jürgen Brandes, Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft, überreichte die Bücher in Anwesenheit der Ersten Stadträtin Susanne Schmitt an Bibliotheksleiterin Petra Moderow und die Leiterin der Zweigstelle, Susanne Kant. Dabei verwies Brandes zunächst darauf, dass in diesem Jahr die bei der Stadt geltende Haushaltssperre die Anschaffungsmöglichkeiten der Bibliothek stark einschränkt und dass für 2014 noch Schlimmeres drohe: Nach dem Haushaltsentwurf sollten die Gelder für die Anschaffung von Büchern und Zeitschriften auf die Hälfte gekürzt werden. Bislang sei nicht erkennbar, dass die Verwaltung und der Rat hier einlenken wollten. Vielmehr sollten nach einer neuen Vorlage der Stadtverwaltung bis zur Jahresmitte noch schärfere Regeln gelten: Nur unaufschiebbare Ausgaben sollten dann möglich sein.

Schmitt dankte der Bibliotheksgesellschaft und würdigte deren Arbeit. Sie verschwieg nicht, dass es auch unterschiedliche Auffassungen gebe, so zur Zeit in Haushaltsangelegenheiten, und sie hob die schwierige finanzielle Lage der Stadt hervor. Die massive Kürzung der Haushaltsmittel für die Bibliothek müsse nach ihrer Überzeugung im Augenblick hingenommen werden. Sie trete aber dafür ein, die Zweigstelle Lauensteinplatz nicht anzutasten. Außerdem betreffe die Kürzung nur das Jahr 2014. 2015 solle der Anschaffungsetat wieder die alte Höhe erreichen.

Vorstandsmitglied Elke Haas kritisierte: „So wird die Stadtbibliothek kaputtgespart, zum Schaden der Bürger. Mit der Spende, die wir hier überreichen, wollen wir etwas Zusätzliches für die Sprach- und Leseförderung tun. Aber wir können nicht anstelle der Stadt die notwendigen Anschaffungen finanzieren. Das bleibt Aufgabe der Stadt. Wir könnten das finanziell gar nicht leisten. Was wir dazugeben können, ist nie mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Vorstandsmitglied Gunter Thies erinnerte dann daran, dass die KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement), die jetzt die Stadt Celle in Fragen der Haushaltskonsolidierung berät, schon vor Jahren in einem Gutachten gesagt hat: „Die Öffentliche Bibliothek gehört zur Grundausstattung der Gemeinde. Es ist Aufgabe der Gemeinden und Gemeindeverbände, die öffentliche Bibliothek sachlich und personell einzurichten, auszustatten und mit den dazu notwendigen finanziellen Mitteln zu unterhalten.“ Thies dazu: „Das ist auch jetzt noch unbezweifelbar richtig. Eine Bibliothek kann nicht so betrieben werden, dass in einem Jahr die Haushaltssperre alles bestimmt, dass im nächsten Jahr die Mittel halbiert werden und man dann hofft, in den Folgejahren könnte es vielleicht wieder besser werden.“ (mi)