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Celle Stadt Bürgerhaushalt: Stadt enttäuscht über Beteiligung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bürgerhaushalt: Stadt enttäuscht über Beteiligung
16:28 11.11.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Ginge es nach dem Willen eines Celler Bürgers, so ließe sich auch in der Verwaltungsspitze des Neuen Rathauses trefflich Geld sparen, um den defizitären Haushalt der Stadt zu entlasten. Sein Vorschlag: Stadtbaurat Matthias Hardinghaus entlassen. Diese Idee, möglicherweise von einem Gegner der Gedo-Altstadtgalerie vorgebracht, bevor das Projekt jüngst zu Grabe getragen wurde, ist einer von 73 Sparvorschlägen, die aus der Bevölkerung im Rahmen des Bürgerhaushalts an die Verwaltung herangetragen wurden.

Kämmerin und 1. Stadträtin Susanne Schmitt kann die Empfehlung zum Stadtbaurat nur als schlechten Scherz empfinden, ansonsten sind die von den Cellern geäußerten Einsparmöglichkeiten seriöserer Natur: Reduzierung der Straßenbeleuchtung, Neubau Bauhof verschieben, Elternhilfe bei Renovierungsarbeiten, Zusammenlegung von Ortsräten, Abschaltung von Ampeln, Schaustellergebühren erhöhen, die Umgestaltung der Allerinsel verschieben, Erhebung von Parkgebühren für die Ratsmitglieder bei Nutzung des Parkplatzes in der Kanzleistraße oder auch der Verzicht auf den Ausbau der Richard-Katzenstein-Straße sind nur ein Ausschnitt aus den Vorschlägen von Celler Bürgern, die teilweise in ähnlicher Form auch schon in der Politik diskutiert werden.

„Wir werden jetzt die Anregungen aus der Bevölkerung rechtlich prüfen und das mögliche Einsparvolumen ermitteln. Dann fassen wir die Vorschläge in einer Liste zusammen, die zusammen mit dem Haushaltskonsolidierungskonzept der Politik für die nächste Sitzung des Finanzausschusses vorgelegt wird“, teilte Schmitt das weitere Vorgehen mit.

Die Kämmerin zeigte sich ansonsten über die Resonanz auf die Bürgerbeteiligung bei den Haushaltsberatungen enttäuscht. „Von etwa 70000 Einwohnern haben sich nur 21 mit Vorschlägen bei uns gemeldet, das sind nur 0,03 Prozent. Ich hatte schon auf zwei bis drei Prozent gehofft. Wir werden jetzt in der Verwaltung darüber reden, wie man das Verfahren für die Zukunft optimieren kann“, sagte Schmitt.