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Celle Stadt Bundestagswahl: Landkreis Celle bleibt schwarze Festung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bundestagswahl: Landkreis Celle bleibt schwarze Festung
12:59 23.09.2013
Von Andreas Babel
Quelle: Maren Schulze
Celle Stadt

Wäre der Landkreis Celle das Maß aller Dinge, dann wäre die AfD im Deutschen Bundestag vertreten, denn hier schafften die Euro-Kritiker den Sprung über die 5-Prozent-Hürde. Doch der Landkreis Celle ist eben nicht entscheidend für das Wohl unserer Republik. Hier wird traditionell CDU gewählt und so verwundert es nicht, dass 45,5 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei den Christdemokraten gemacht haben. Die Linke hat hier mit 4,3 Prozent wesentlich schlechter (um 4 Prozentpunkte) als im gesamten Land abgeschnitten. Die Grünen sind mit 7,0 Prozent etwas schwächer als deutschlandweit.

Otte holt meiste Erststimmen: Bei den Erststimmen hat Henning Otte (CDU) mit 14,3 Prozent Vorsprung vor Kirsten Lühmann (SPD) die Nase vorn und gewinnt den Wahlkreis souverän. Überraschend schwach das Abschneiden des Papenhorster Ralf Überheim (FDP), der nur 0,2 Prozent mehr erreichte als der Escheder NPD-Kandidat Joachim Nahtz (1,1 Prozent). Das ist schon bedenklich.

Schwarze Festungen: Als uneinnehmbare schwarze Festung hat sich einmal mehr das ländlich geprägte Gebiet der Stadt Bergen gezeigt: 53,1 Prozent wählten hier die CDU. Auch in Hermannsburg haben die Christdemokraten mit 52,0 Prozent mehr als die Hälfte der Wähler überzeugt. Im Flotwedel waren es immerhin noch 51,1 Prozent. In jeder Gemeinde des Landkreises Celle hat die CDU ein besseres Ergebnis als im bundesweiten Durchschnitt erzielt.

SPD nur dreimal über 31 Prozent: Traditionell gute Ergebnisse haben die Sozialdemokraten in den einstigen Arbeiter-Orten Unterlüß (32,9 Prozent), Wietze (32,1 Prozent) und Wathlingen (31,6 Prozent) erreicht. Wie lange die Nachwirkungen des Kali- und Kieselgur-Abbaus noch anhalten, bleibt abzuwarten.

Wenige NPD-Hochburgen: Erfreulicherweise haben auch im Landkreis Celle nur wenige Menschen NPD gewählt – Hochburgen sind Bleckmar (4,6 Prozent), Lohheide (4,3 Prozent), Hornbostel (4,2 Prozent) und Habighorst (4,0 Prozent).

AfD-Spitzen: Offenbar haben viele national gesinnte Menschen im Celler Land die AfD gewählt. In einem Eldinger Wahllokal erreichten die alternativen Politiker 15,8 Prozent. Als weitere AfD-Hochburgen sind Bunkenburg (12,1 Prozent), ein Hambührener Wahllokal (11 Prozent) und Metzingen (10,0 Prozent) auszumachen. In der Gemeinde Hambühren holte die AfD mit 6,7 Prozent kreisweit ihr bestes Ergebnis.

Grüne und FDP enttäuschend: Die Grünen können im Landkreis Celle nicht zufriesen sein. Ihr bestes Ergebnis erzielten die Grünen in der Gemeinde Hermannsburg (8,1 Prozent), ihr schlechtestes im Gemeindefreien Bezirk Lohheide (3,3 Prozent). Die FDP schaffte nur in der Gemeinde Lachendorf über 5 Prozent.