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Celle Stadt Buntes Barock-Programm im Celler Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Buntes Barock-Programm im Celler Schlosstheater
22:16 15.03.2015
Im Rahmen der „Nacht der Musik“ war das Tanzensemble - PasCour mit historischen - Tänzen zu sehen. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Im Rahmen der „Nacht der Musik“ erlebte das Celler Publikum im Schlosstheater vier sehr unterschiedliche Ensembles, von denen sich drei dem Barock zuwandten. Das passte natürlich gut zum Ambiente des Schlosstheaters. Aber für den herausragenden Auftritt sorgte das A-cappella-Oktett „str8voices“ aus Hannover, das mit seinen Ausnahmestimmen und erstklassigen Arrangements das Publikum verzauberte.

Schon lange vor dem Konzertbeginn war das Schlosstheater bis auf den letzten Platz besetzt, und im Eingangsbereich warteten noch zahlreiche Menschen. Das A-cappella-Ensemble „str8voices“ besteht aus vier Sängerinnen und vier Sängern. Und diese acht Musiker sangen tatsächlich beeindruckend „straight“, insbesondere die Frauen: Es dürfte kaum einen A-cappella-Chor geben, der mit so klaren wie schönen Frauenstimmen besetzt ist.

Schon mit ihrem ersten Stück „Man in the Mirror“ eroberten die Sänger ihr Publikum. Sie sangen ein wenig träumerisch, etwas jazzig, aber immer musikalisch komplex und mit einem hinreißenden Klangvolumen. Am Schluss brachten sie zwei ältere Songs: „Summer in the City“ und „Take on Me“. Beide wurden sehr lebhaft, aber auch spannungsreich vorgetragen. Das Publikum konnte vor Begeisterung kaum an sich halten.

Doch angesichts des großen Konzertangebots dieses Abends zeigte sich das Celler Publikum als sehr wählerisch: Nach diesem Teil des Konzerts wurde es recht leer im Theater. Zunächst schien jedoch nicht viel versäumt zu werden, denn das „Barockensemble Ilten“ vermochte der von ihm gespielten Barockmusik nicht die rechte Strahlkraft verleihen. Dabei musste allerdings berücksichtigt werden, dass es sich überwiegend um Hobby-Musiker handelte.

Schöne Bilder, historische Tänze und ein wenig Schabernack bot dann das Celler Tanzensemble „PasCour“ mit seinen acht Damen in schönen Kleidern und ihrem herrlich gockelhaften „Tanzmeister“. Da wurde apart in Figuren geschritten, aber bei „Christchurch Bells“ von 1686, einem „English Country Dance“, ging es schon fast ausgelassen auf der Bühne zu.

Es war schade, dass ein musi­kalisches Kleinod ganz ans Ende des Konzerts gesetzt worden war. Geigerin Bettina Ihrig und Klaus-Hermann Anschütz (Cembalo) hatten eine Sonate von Ulrich Johann Voigt (1669–1732) ins Zentrum ihres Konzerts gestellt. Voigt hatte diese Sonate einst als Dank für seine Anstellung als „Stadtmusikus“ in Celle komponiert. Die vielen kleinen Abschnitte dieser Komposition machten die beiden Musiker durch ihren Ausdruck hörenswert.

Von Peter Bierschwale