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Celle Stadt Busfahrer fordern Rekommunalisierung der CeBus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Busfahrer fordern Rekommunalisierung der CeBus
14:54 01.05.2011
Von Michael Ende
1. Mai Kundgebung Stechbahn Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE-ALTSTADT. Deutschland befinde sich in einer bedrohlichen Schieflage, kritisierte DGB-Kreisvorsitzende Sabine Saur: „Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Nicht wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, sondern Spekulanten, Manager und Banker. Die Finanzmärkte müssen wirksam reguliert werden, und die Reichen und Vermögenden müssen endlich ihren Beitrag zur Bekämpfung der Krisenfolgen und für unseren Sozialstaat leisten. Für eine sichere Zukunft brauchen wir starke Sicherungssysteme und paritätische Beiträge der Arbeitgeber.“

Beschäftigte der CeBus hatten einen Demonstrationszug von der Trift zu Stechbahn veranstaltet. CeBus-Betriebsratsvorsitzender Jürgen Elendt wertetet die vor zehn Jahren beschlossene Privatisierung des Busverkehrs in Celle als Katastrophe für die Beschäftigten. Seit einem Jahrzehnt seien sie die Opfer von „Lohnraub“. Für die ehemaligen Fahrer der Celler Straßenbahn bedeute das zum Beispiel, dass sich ihr Reallohn seitdem halbiert habe. Elendt: „Wir bluten sozial aus. Der Wettbewerb findet auf dem Rücken der Beschäftigten statt. Nach unten gibt es scheinbar kein Halten mehr.“

Elendt griff die Politik an, die seinerzeit blauäugig für eine ÖPNV-Privatisierung gestimmt hätte, forderte einen Mindestlohn von 13 Euro für Celler Busfahrer und rief die Verantwortlichen der Stadt auf: „Rekommunalisieren Sie den Celler ÖPNV wieder.“

Er persönlich würde dies ja gerne tun, antwortete Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Doch der Stadt fehle das Geld dafür. Deshalb müssten die kommunalen Finanzen auf Bundesebene auf ein neue Fundament gestellt werden, so Mende: „Dann könnten wir gerne über eine Rekommunalisierung reden. Ich halte den Weg in die Privatisierung für falsch.“

Das griff AKH-Betriebsratsvorsitzender Ernst-Günther Mörsel auf. Die Celler Klinik dürfe auf keinen Fall privatisiert werden – selbst wenn in Zukunft Gutachter dazu raten würden, so Mörsel: „Das Krankenhaus gehört den Cellern, und das sollten sie sich nicht wegnehmen lassen.“ Die Politik solle sich öffentlich dazu bekennen.

Superintendent Hans-Georg Sundermann wertete die Kundgebung, der ein Gottesdienst in der Stadtkirche vorangegangen war, als Erfolg. Die Kooperation zwischen Kirche und Gewerkschaften solle weitergeführt werden, so Sundermann: „Wir ziehen bei vielen Themen an einem Strang. Ich denke, wie werden auch im kommenden Jahr etwas zusammen auf die Beine stellen.“