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Celle Stadt Busverkehr: 550000 Euro für Status Quo
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Busverkehr: 550000 Euro für Status Quo
17:55 30.08.2010
Celle Stadt

Weniger als geplant wird die Notmaßnahme des Kreises für den Erhalt des derzeitigen CeBus-Fahrplanes kosten. Statt 190000 Euro sind es laut dem Ersten Kreisrat Matthias Krüger „nur“ 138000 Euro für drei Monate. Das war es dann allerdings mit guten Nachrichten, denn die Steuerzahler im Landkreis werden sich wohl darauf einstellen müssen, dass ein öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) nicht mehr zum Null-Tarif zu haben ist.

„Mich hat zwar überrascht, dass das Defizit bei der CeBus so früh kam, aber das es kommt, damit haben ich irgendwann gerechnet“, sagt Krüger. Er verweist darauf, dass Celle im Gegensatz zu anderen Kommunen lange Zeit eine Insel der Glückseeligen war, weil der ÖPNV ohne Subventionen ausgekommen ist. „In anderen Kommunen ist es normal, dass hohen Summen aufgebracht werden, um einen guten ÖPNV zu gewährleisten“, sagt Krüger.

138000 Euro für drei Monate bedeutet, dass der Kreis jeden Monat 46000 Euro dazu legen muss. Nimmt man diese Zahl aufs Jahr gerechnet als Basis, würde es gut 550000 Euro kosten, den jetzigen Fahrplan aufrecht zu erhalten. Krüger sieht das allerdings als „Maximalbetrag. Es muss geprüft werden, ob wirklich alle Strecken in der jetzigen Form beibehalten werden müssen“. Das bedeutet nichts anderes als Streckenstilllegungen und die wird die Politik diesmal mitentscheiden, denn wer die Musik bezahlt, der darf auch sagen, was gespielt wird. Das wird über einen öffentlichen Dienstleistungsauftrag geschehen, der auf der Grundlage des aktualisierten Nahverkehrsplanes vergeben wird. Auf die Politik im Allgemeinen und die Mitglieder des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses sowie der Verwaltung im Besonderen wartet dazu eine Menge Arbeit. Denn es geht nicht „um eine Rechenaufgabe mit den Fahrgastzahlen als Grundlage. Es wird eine politische Bewertung sein, zum Beispiel mit der Frage, ob ein Ort noch an ein Gemeindezentrum angeschlossen ist“, sagte Krüger.

●ÖPNV und Mastanlagen Thema im Ausschuss: Im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss am Donnerstag, 2. September, um 14.30 Uhr im Kreistagssaal werden sich die Politiker zunächst im nicht-öffentlichen Teil über den Dienstleistungsauftrag unterhalten. „Die Vorbereitungen waren allerdings sehr knapp, weil wir erst kurz vor den Ferien die Details für Stellungsnahmen aus den Gemeinden weiterreichen konnten“, sagt Krüger. Weiteres Thema im öffentlichen Teil der Sitzung wird der Antrag der SPD zu einem Raumordnungsverfahren für Mastanlagen sein.

Von Tore Harmening