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Celle Stadt CD-Kaserne: Wundertüte voller Comedy
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CD-Kaserne: Wundertüte voller Comedy
21:12 27.02.2015
Desimos bekannter Lindener "specialClub" feiert Premiere in Celle. Die Überraschungsgäste unterhielten die ausverkaufte Halle 16 der CD-Kaserne: Lisa Feller, Vanessa Maurischat (E-Piano), Detlef Simon (graues Jacket), Roberto Capitoni und Herr Niels. Quelle: Peter Bierschwale (5)
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Desimos spezial Club ist einer Wundertüte vergleichbar, denn das Publikum weiß nur, wer die Veranstaltung moderiert, nicht aber, wer sonst noch auftritt. Zu Beginn fragte Desimo das Publikum, wer denn schon einmal bei einer Veranstaltung in Hannover gewesen sei. Angesichts der verhaltenen Rückmeldung legte er schelmisch nach: „Warum sind Sie denn hier, wenn Sie noch nie da waren?“ Als erster der Überraschungskünstler trat dann der Hannoveraner „Herr Niels“ auf, der sich selbst als „Bewegungsillusionist“ bezeichnet. Genauso gut könnte man von einem „Mimik-Illusionisten“ sprechen, denn es gibt kaum jemanden, der seine Gesichtszüge so gekonnt entgleisen lassen kann. Allein diese Vermischung von Entsetzen, Verwirrung und Blödheit im Gesichtsausdruck war sehenswert. Der Halbitaliener Roberto Capitoni gehört zu der Sorte Comedians, die erfolgreich ihren Migrationshintergrund satirisch einfärben, bei ihm kommt noch eine dritte „Volkszugehörigkeit“ dazu, denn Schwabe ist er auch noch. Capitoni gab mit raumgreifender Bühnenpräsenz die perfekte Karikatur des Italieners. Man habe festgestellt, dass die Italiener bei Google am häufigsten das Suchwort „Sex“ eingeben würden, die Deutschen dagegen „Routenplaner“, erklärte er. „Anscheinend stellt der Kreisverkehr eine Art Gruppensex für die Deutschen dar“, lästerte er dann. Interessant war auch die Idee, sich manche Filme mal rückwärts anzuschauen, auch das eigene Hochzeitsvideo: „Du ziehst der Frau den Ring ab und gehst dann mit deinen Kumpels einen saufen!“Sie hat sich schon bei früheren Gelegenheiten in die Herzen des Celler Publikums gespielt, die quirlige Münsteranerin Lisa Feller. Kaum auf der Bühne, bekam sie einen riesigen Begrüßungsapplaus. Feller hat natürlich viele Themen parat, aber am liebsten hört das Publikum ihre Geschichten über das Versagen als junge Mutter. Da ist sie halt am authentischsten. Die letzte im Bunde war dann die Berlinerin Vanessa Maurischat, die sich immer wieder zu eigenen Songs am E-Piano begleitete. Ob allerdings ihr Lied „Wenn ich Ina Müller wär“ („bitte nimm dir einen Strick“) nicht schon die Grenze zur neidischen Gehässigkeit überschritten hatte, musste jeder selbst beurteilen.

Von Peter Bierschwale