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Celle Stadt CD-Tipp: Goldberg-Variationen für Akkordeon
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CD-Tipp: Goldberg-Variationen für Akkordeon
15:43 19.08.2010
Goldberg-Variationen für Akkordeon - Dieser Mann ist immer wieder für Überraschungen gut. Knopfakkordeonspieler Teodoro Anzellotti. - Jetzt hat er sich an Bachs „Goldberg-Variationen“ gemacht und diese auf seinem Instrument eingespielt. Und man staunt einmal mehr: Das geht nicht nur, sondern es fasziniert sogar vom ersten bis zum letzten Ton. - Natürlich gibt es Variationen, die im ersten Moment sehr irritierend klingen auf diesem Instrument, das geradezu das Gegenteil von dem zu sein scheint von dem Instrument, für das dieses Werk geschrieben wurde, nämlich das Cembalo. Während beim Cembalo die Saite nur angerissen wird, also nicht lange trägt, aber starke Impulse setzt, so spricht das Akkordeon bei ganz kurzen Tönen gar nicht an und man hört ihm immer ein gewisses Atmen an, denn es funktioniert nur durch die vom Spieler durch das Instrument gepresste Luft. Anzellotti gelingt es aber trotzdem, das Stück so zu spielen, dass man keinen Moment etwas vermisst. Natürlich könnte man sich über so manche Tempowahl streiten, was aber nichts daran ändert, dass Anzellottis Spiel ein Faszinosum ist, wie man es selten zu hören bekommt. Und ganz nebenbei: Das Cover ist mit seinen Bildern von Mark Harrington auch noch ein bibliophiler Genuss, der optimal zum Stück passt. - Winter&Winter 910 170-2 - Reinald Hanke - Terminierung: ab zweiter Augusthäfte 2010 Quelle: Reinald Hanke
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Natürlich gibt es Variationen, die im ersten Moment sehr irritierend klingen auf diesem Instrument, das geradezu das Gegenteil von dem zu sein scheint von dem Instrument, für das dieses Werk geschrieben wurde, nämlich das Cembalo. Während beim Cembalo die Saite nur angerissen wird, also nicht lange trägt, aber starke Impulse setzt, so spricht das Akkordeon bei ganz kurzen Tönen gar nicht an und man hört ihm immer ein gewisses Atmen an, denn es funktioniert nur durch die vom Spieler durch das Instrument gepresste Luft. Anzellotti gelingt es aber trotzdem, das Stück so zu spielen, dass man keinen Moment etwas vermisst. Natürlich könnte man sich über so manche Tempowahl streiten, was aber nichts daran ändert, dass Anzellottis Spiel ein Faszinosum ist, wie man es selten zu hören bekommt. Und ganz nebenbei: Das Cover ist mit seinen Bildern von Mark Harrington auch noch ein bibliophiler Genuss, der optimal zum Stück passt.

Von Reinald Hanke