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Celle Stadt CD zu Texten von Peter Rühmkorf: Jazz und Lyrik mit Bernd Rauschenbach
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CD zu Texten von Peter Rühmkorf: Jazz und Lyrik mit Bernd Rauschenbach
15:53 07.12.2016
Bernd Rauschenbach widmet sich auf der neuen CD den Texten von Peter Rühmkorf. Quelle: Peter Bierschwale (Archiv)
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Als langjähriger Chef der in Bargfeld ansässigen Arno-Schmidt-Stiftung steht Rauschenbach aber auch anderen Autoren nahe, solchen, die einen besonderen Bezug zu Schmidt hatten, aber auch solchen, die auf irgendeine Weise einen Bezug zur Stiftung haben. Das ist bei Peter Rühmkorf der Fall, dessen neue Gesamtausgabe von der Schmidt-Stiftung betreut wird.

Wer sich jemals mit dem Dichter Rühmkorf und dessen Schaffen befasst hat, der weiß, dass die Wirkung von Rühmkorf-Texten stark davon anhängt, wie man dessen Texte selbst liest oder vorgelesen bekommt. Es kommt nicht von ungefähr, dass es manchen Literaturfreund gibt, der zwar Rühmkorf schätzt, diesen aber nie gelesen hat, weil die besondere Wertschätzung vom Erlebnis einer Lesung her rührt. Nun gibt es eine neue CD: „Peter Rühmkorf – Allein ist nicht genug“. Diese führt den Rühmkorf lesenden Bernd Rauschenbach mit den Celler Musikern Ulrich Jokiel und Peter Missler zusammen.

Rühmkorfs Lesungen waren immer mehr Performance als normale Lesung. Dass ganz häufig dabei auch Musik eine wichtige Rolle gespielt hat, ist für das Entstehen der CD mit Texten von Rühmkorf von Bedeutung. „Wenn Rühmkorf mit seinen Freunden aus der Jazz-Szene aufgetreten ist,“ so Rauschenbach, „dann entstanden immer faszinierende Performances. Wir stellten uns die Frage, wie wir mit Rühm-korfs eigener Art seiner Text- und Musikdarbietungen umgehen sollten. Und es ist uns dabei eines aufgefallen: Bei Rühmkorf und seinen Musikern gab es keine Verzahnung von Text und Musik, sondern eher ein Nebeneinander. Das hatte seine Wirkung. Aber wir wollten nun einen Schritt weiter gehen. Und so haben wir auf der neuen CD einen eigenen Darbietungsstil gesucht, in dem Texte und Musik eng auf einander bezogen sind.“

Wer die von Radio Bremen produzierte, im Hoffmann & Campe erschienene CD hört, der wird genau das erleben können, mal in sehr gelungener Machart, manchmal vielleicht ein wenig zu brav oder auch zu direkt der manchmal streitbaren Sprache Rühmkorfs folgend. Das gilt vor allem für den Klavierpart Jokiels, weniger für den Bläser Missler, dessen Gespür für musikalische Zwischentöne und sprachlichen Rhythmus sich immer wieder bewährt. Im Zentrum dieser Aufnahme aber steht eben Bernd Rauschenbach, dessen einmal mehr unglaublich facettenreiche, dabei so selbstbewusst wie uneitle Vortragsform fasziniert.

Von Reinald Hanke