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Celle Stadt CDU-Kandidat Henning Otte holt drittes Direktmandat in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CDU-Kandidat Henning Otte holt drittes Direktmandat in Celle
21:53 24.09.2017
Von Christian Link
Nahmen die ersten Ergebnisse sichtlich positiv auf: Henning Otte mit Ehefrau Anna-Maria (links) und CDU-Kreisgeschäftsführer Christopher Fedder (rechts) in der Everser Gaststätte „Zum Dorfkrug“, wo die CDU-Wahlparty Mitglieder und Freunde der Partei anzog. Quelle: Christian Link
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„Ich hatte mit 36 bis 38 Prozent gerechnet, aber nicht mit sowas“, kommentierte der überraschte CDU-Anhänger Hanno Meinicke aus Groß Hehlen und fügte hinzu: „Ich dachte wirklich, dass die Kanzlerin mehr Leute überzeugen kann.“

Otte, der mit 42,6 Prozent (Stand: 21.29 Uhr) zum dritten Mal per Direktmandat in den Bundestag einzieht, sagte: „Ich freue mich, dass die CDU wieder den Regierungsauftrag bekommen hat. Das Ergebnis gibt aber keinen Anlass zum Jubeln.“ Zwar habe der Wähler eine „linke Republik“ verhindert: „Doch dass die AfD drittstärkste Kraft geworden ist, ist kein gutes Zeugnis für Deutschland – sowohl nach innen als auch nach außen.“

Das gute Abschneiden der AfD sorgte allgemein für Entsetzen. „Da sind einige Sachen schief gelaufen, die der AfD in die Karten gespielt haben“, analysierte CDU-Mitglied Hans-Peter Schulz aus Eversen. „Es ist schockierend, dass so viele Menschen da aufspringen“, sagte Anna Louisa Kollster von der Jungen Union Celle und zeigte sich selbstkritisch: „Für den Erfolg der AfD suchen wir den Fehler auch bei uns selber.“

„Bisher konnte die AfD in allen Landesparlamenten, in das sie gewählt wurde, keine konstruktive Politik erkennen lassen, sondern nur Protest“, sagte Otte. Die demokratischen Parteien müssten aber dennoch auf die Motivation, die AfD zu wählen, reagieren. „Die AfD legt zwar den Finger in die Wunde, bietet aber keine Lösungen an“, meinte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch.

Für Gesprächsstoff sorgte die Frage, wer zusammen mit der CDU die nächste Bundesregierung stellt. „Die nächsten Wochen werden sehr spannend. Aber ich denke mal, es wird die Jamaica-Koalition kommen“, sagte Elke Sonntag aus Eversen. „Wir müssen möglichst schnell zu einer stabilen Regierungskonstellation kommen“, mahnte Otte. Adasch kritisierte die schnelle Absage der SPD an einer Regierungsbeteiligung als verfrüht: „Die Große Koalition war nicht nur schlecht, man sollte sie nicht verteufeln.“ Auf Bundesebene habe er aber mit einer „Jamaica-Koalition“ keine Probleme. Adasch: „In Niedersachsen kann ich mir eine Zusammenarbeit mit den Grünen allerdings kaum vorstellen.“

Für die Landtagswahl am 15. Oktober machen sich die Christdemokraten trotz der schweren Verluste im Bund keine Sorgen. „Für rot-grüne Bündnisse gibt es in Niedersachsen keine Mehrheit mehr“, sagte Otte. Auch Direktkandidat Adasch bleibt gelassen: „Im Land gelten andere Gesetze, das haben die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland gezeigt.“ Während bei der Bundestagswahl die Flüchtlingsproblematik dominiert habe, geht es laut Adasch bei der Landtagswahl um andere Themen – um die Schulpolitik oder die Polizeipräsenz etwa. „Ich glaube, dass die Leute da zu differenzieren wissen.“