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Celle Stadt CDU-Zuwachs für die "Unabhängigen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CDU-Zuwachs für die "Unabhängigen"
16:58 24.06.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Wenig Glück hat die CDU im Celler Stadtrat mit ihren Nachrückern: Nachdem Roger Scherer gar nicht erst auf der CDU-Fraktionsbank Platz nehmen wollte und direkt zu den "Unabhängigen" überlief, trägt sich nun auch der Wietzenbrucher Ralf Busch, der für den kürzlich verstorbenen Gerhard Franken nachrücken soll, mit dem Gedanken, sich bei den "Unabhängigen" in die Riege der CDU-Außenseiter einzureihen. Offen sagt Busch das freilich nicht. "Das weiß ich noch nicht", sagt Busch auf die CZ-Frage, ob er Teil der Fraktion der Partei werden wolle, auf deren Liste er kandidiert hatte: "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich muss erst noch Gespräche führen."

Mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenen Heiko Gevers hat Busch schon kurz gesprochen. "Ich habe von ihm erfahren, dass er sich noch Bedenkzeit in der nächsten Woche wünscht. Er weiß also noch nicht, wohin er in diesem Rat gehen wird", berichtet Gevers.

Mit Wulf Haack, dem Kopf der "Unabhängigen", hat Busch jedenfalls auch schon gesprochen. Und sein Kurs ist klar: Weg von der CDU. Bei den "Unabhängigen" hat sich Busch, der in Wietzenbruch etliche Jahre als stellvertretender Bürgermeister fungierte und jetzt als CDU-Mitglied im Ortsrat sitzt, einen aussichtsreichen Listenplatz ergattert: Nummer 1 auf der "Unabhängigen"-Ortsratskandidatenliste. Bei dieser Gruppierung wird er auch bei der Stadtratswahl auf Platz 3 im Wahlbereich drei antreten.

Die Listen der "Unabhängigen" machten deutlich, dass es ihnen "nicht um die Sache und die Zukunft unserer Stadt geht", ärgert sich CDU-Vorsitzender Thomas Adasch: "Auf Platz 1 der insgesamt fünf Wahlbereiche finden sich ganz ausschließlich CDU-Mitglieder wieder. Gegen drei der fünf Bewerber - Wulf Haack, Udo Hörstmann und Roger Scherer - ist bereits ein Parteiausschlussverfahren anhängig. Bei allen fünf Spitzenkandidaten handelt es sich genau um die Personen, die ganz maßgeblich den jahrelangen Stillstand in dieser Stadt zu verantworten haben und nun unter einem neuen Deckmantel ihr Geschäft fortsetzen wollen. Sie hätten bei der CDU bis auf Hörstmann keine oder nur hintere Listenplätze bekommen." Was Adasch "menschlich ganz besonders betroffen" mache, sei das Verhalten von Busch: Offenbar habe man schon Fakten geschaffen, als Franken noch auf dem Sterbebett gelegen habe.

OB Dirk-Ulrich Mende (SPD) beobachtet das "Kaspertheater" im Rat mit Kopfschütteln: "Wir haben eine Neuberechnung angestellt und werden in der Sondersitzung des Rates am 6. Juli auch erneut die Ausschüsse besetzen." Ob die Bürgermeister ebenfalls gewählt werden müssten, bedürfe noch einer Prüfung. "Abermals bin ich sehr verwundert darüber, dass Menschen, die sich für eine Partei haben aufstellen lassen, für ihre Wähler nicht verlässlich sind", so Mende: "Diejenigen, die heute zu einer anderen Gruppierung wechseln, gerieren sich gerne so, als blieben sie sich selbst treu. Tatsächlich aber verraten sie langjährige Überzeugungen und Weggefährten. So machen sie deutlich, dass es doch nur um ihre eigenen Vorstellungen, Macht und Einfluss geht."