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Celle Stadt CZ-Bote kommt mit seinem Rad in Celle überall hin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CZ-Bote kommt mit seinem Rad in Celle überall hin
20:06 14.12.2016
Celle Stadt

"Neulich habe ich zwei Waschbären hinter der Litfaßsäule an der Wehlstraße entdeckt", erzählt der 76-Jährige, der die Ruhe und die frische Luft genießt. "Das Vogelgezwitscher bekommt man gratis. Viele Katzen, aber auch Füchse und Marder toben in der Stadt überall herum." Besonders die Igel haben es Hartung angetan. "Die Igel graben sich gerne durch gelbe Säcke und verheddern darin. Ein paar Tiere habe ich schon gerettet."

Hartung ist seit 13 Jahren Zusteller der CZ am Vogelberg in Westercelle. Mittlerweile macht er auch den Bereitschaftsdienst für das gesamte Stadtgebiet und fährt bis zu 360 Zeitungen aus, wenn andere Kollegen ausfallen. "Ich muss überall mal hin: nach Groß Hehlen oder nach Altencelle. Im Moment bin ich auch in Vorwerk und Altenhagen", sagt er. Mit seinem Fahrrad kommt er überall hin, täglich ist er drei oder vier Stunden unterwegs und bessert damit seine Rente auf. Mittwochs und samstags sind seine Zustellertaschen besonders schwer. "Da sind die Zeitungen so dick und mit Beilagen bestückt, dass man sie schnell loswerden möchte", sagt Hartung. Bis sechs Uhr müssen alle Zeitungen in den Briefkästen liegen.

Eine Brille und eine Taschenlampe für die dunklen Ecken hat Hartung immer dabei, denn täglich aktualisiert sich die Adressliste, wenn Leser ihre Zeitung im Urlaub abbestellen. Die Liste kommt immer in eine Folie, falls mal schlechtes Wetter ist. "Schnee macht mir nichts aus, schlimmer ist es, wenn es nasskalt oder glatt ist", so Hartung, der sich immer entsprechend anzieht. Früher hat er auf dem Bau gearbeitet. "Dagegen ist die Tätigkeit des Zustellers nicht die schlechteste, vor allem, weil man sich so frei fühlt."

Für seinen tagtäglichen Einsatz bei Wind und Wetter bedankten sich schon einige CZ-Leser in der Adventszeit persönlich bei Hartung: mit einer Karte und einem kleinen Trinkgeld, einer Wärmflasche, oder einer Flasche Wein.

Von Dagny Rößler