Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt CZ-Leser schaffen blühende Landschaft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CZ-Leser schaffen blühende Landschaft
16:05 21.09.2018
Von Michael Ende
Die Spitzen der Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne setzen bei der Aussaat auf schweres Gerät: (von links) Feuerwachen-Leiter Brandamtmann Peter Mummert, Kasernenkommandant Oberstleutnant Ralf Goroncy, Kommandeur Jörn Rohmann und  Oberstleutnant Silvio Mahn, Kommandeur des Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillons 2. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Wenn Fallschirmjäger wie Celles Bundeswehr-Standortältester Oberstleutnant Jörn Rohmann, der das Wietzenbrucher Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit kommandiert, Erdarbeiten in Angriff nehmen, dann heben sie in der Regel Löcher aus, in denen sie selbst Schutz suchen. Jetzt hat sich Rohmann nicht per Hand mit dem Klappspaten, sondern mit präzisem Maschinen-Einsatz ans Werk gemacht und gemeinsam mit anderen Bundeswehr-Bediensteten die Erde in der Immelmann-Kaserne bearbeitet – ebenfalls zu Schutzzwecken. Genauer: für den Artenschutz.

Rund 1000 Quadratmeter der CZ-Saatmischung "Blühende Landschaft" wurden mittels des am Hightech-Traktor befestigten "Wiesen-Teufels" in den Boden eingebracht. An Standorten vor der Kommandantur, am Wirtschaftsgebäude sowie am Kasernenzaun setzt die Truppe jetzt auf "Flower Power". "Dort kann jeder sehen, dass wir als Bundeswehr und fester Bestandteil dieser Stadt natürlich auch bei der Aktion 'Celle blüht auf' mitmachen", so Rohmann: "Als ich von der Aktion gehört habe, musste ich nicht zwei mal nachdenken, um zu wissen, dass wir dabei sind. Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht."

Das hat es bereits. Zumindest im Landkreis Celle. 8,3 Hektar blühende Landschaft – das entspricht in etwa 12 Fußballfeldern voller Wildblumen. Für eine solch beachtliche Fläche reicht das Saatgut, das die Cellesche Zeitung und ihre Partner im Rahmen der CZ-Initiative „Celle blüht auf“ in diesem Frühling bisher verteilt haben. Doch um blühende Großflächen geht es nicht. Erklärtes Ziel von „Celle blüht auf“ ist vielmehr, möglichst viele kleine Blühflächen zu schaffen, die sich wie ein buntes Netz über das Celler Land spannen und so Insekten und Kleintieren das Überleben erleichtern. Dabei mithelfen wollen Menschen aus dem gesamten Landkreis.

Neben den hunderten von Lesern, die sich auf Märkten oder im CZ-Kundencenter "einfach so" ihre kostenlosen Samentütchen besorgten, haben insgesamt 269 Celler aus Stadt und Landkreis Sämereien geordert, die von der CZ speziell für ihre Bedürfnisse abgewogen wurden. Das geht vom Beet im Kindergarten über Balkonkübel und Vorgärten bis hin zum Blühstreifen auf der Streuobstwiese, die der Celler BUND betreut. "An der Obstbaum-Wiese am Altenceller Feld ist nun ein Celle-blüht-auf-Blühstreifen entlang des Fuß- und Radweges entstanden, nachdem das Grünflächenamt mit einer Fräse einen etwa zwei Meter breiten Streifen gefräst hatte", sagt Helga Habekost. "Wir sind gespannt, wie sich die von der CZ zur Verfügung gestellte Samen-Mischung dort entwickeln wird, die unser Vorsitzender Heiner Lammers dort eingesät hat."

Imkermeister Klaus Ahrens aus Müden unterstützt als zweiter Vorsitzender des Deutschen Berufs- und Erwerbs Imker Bundes DBIB nicht nur mit seinem Fachwissen und Kontakten die CZ-Aktion – er langt auch in Sachen Aussaat richtig zu: "Ich habe jetzt hier ein 300-Quadratmeter-Projekt fertig, der Wildpark will auch eine größere Fläche einsäen, und ein Bekannter hat mir erlaubt, 10.000 Quadratmeter in einer Aufforstung zu begrünen – das ist nichts Langfristiges, hat aber auch Potential." Ahrens hat als vorläufig letzter "Großbesteller" bei der CZ gleich fünf Kilogramm "Blühende Landschaft" geordert.

Der Imker tut jetzt das, was Menschen überall im Landkreis tun. Die Saat ausbringen, die Sprösslinge falls nötig bewässern, ihr Wachstum beobachten und sich daran erfreuen. Letzteres dürfte auch für Insekten allgemein und ganz besonders für die Bienen zutreffen. Die Immen stehen an diesem Sonntag im Mittelpunkt des Interesses: Der erste offizielle "Welt-Bienentag" wird am 20. Mai begangen. Er soll Bienen und andere Bestäuber stärker ins Bewusstsein rücken. Die Vereinten Nationen möchten die Bedeutung der Bestäubungsleistung der Bienen für die weltweite Ernährung und auch die Probleme, unter denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten aktuell leiden, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. In Celle laufen die UN damit offene Türen ein.