Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt CZ-Weihnachtsaktion: Familie spart für Zeit nach wichtiger Operation
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CZ-Weihnachtsaktion: Familie spart für Zeit nach wichtiger Operation
18:14 20.12.2013
Celle Stadt

Ohne geeignete Hilfe wird Heinz Locher (Namen von der Redaktion geändert) in absehbarer Zeit sein Augenlicht verlieren. Eine Erkrankung hat die schon eingeschränkte Sehschwäche des Mannes auf ein Minimum reduziert. Der 58-Jährige verlor seine Arbeit, die Familie lebt seither vom Einkommen der Frau und unterstützenden sozialen Leistungen, die nur unter Vorbehalt und unregelmäßig erteilt werden, da verschiedene Anträge hinsichtlich des Behindertengrades oder einer Frührente noch nicht entsprechend beschieden sind.

Locher verdiente als Lkw-Fahrer sein Geld bei einer Speditionsfirma im Landkreis Celle. Als seine Sehkraft zunehmend schwand, musste er seinen Beruf aufgeben. Zunächst beschäftigte ihn sein Arbeitgeber noch mit anderen Aufgaben, doch als sich der Zustand der Augen weiter verschlechterte, war auch dies nicht mehr möglich. Der 58-Jährige wurde arbeitslos.

Das Einkommen der Familie war nie sehr hoch. Erika Locher arbeitet stundenweise im Altenpflegebereich, die beiden 15- bis 17-jährigen Söhne stehen vor ihrem Schulabschluss beziehungsweise haben eben eine Ausbildung angefangen. Beide leben noch zuhause.

Schon vor der akuten Augenerkrankung mussten die Lochers hohe Summen selbst aufbringen, um die entsprechenden Brillen, Sonderuntersuchungen und anderen notwendigen Hilfsmittel bezahlen zu können, die weder Krankenkassen noch andere soziale Dienstleister übernehmen oder erstatten. „Für Zusatzversicherungen hatten wir leider nie das Geld“, sagt Erika Locher.

Mit der Augenerkrankung sind noch andere finanzielle Belastungen angefallen. Räume mussten umgestaltet werden, Sicherungseinbauten waren nötig, der ältere Sohn hat seinen Führerschein gemacht, um als Fahrer für die Familie einspringen zu können. Seit ein paar Wochen weiß Heinz Locher, dass er um eine notwendige Augenoperation nicht herum kommen wird, wenn er sein Augenlicht nicht völlig verlieren will. Dennoch zögert er, denn seine Krankenkasse bezahlt zwar den Eingriff, trotzdem werden darüber hinaus zahlreiche Fahrten zu Nachuntersuchungen sowie für Hilfsmittel und Pflegemittel notwendig werden, die sich die Familie selbst nicht leisten können wird.

Der Termin für die wichtige Operation steht fest, der „Familienrat“ hat beschlossen, dass dies obere Priorität hat. Die Jungs wollen ihr Geld mit Ferienjobs und Zeitungsaustragen beisteuern, Erika Locher konnte ihre Arbeitsstundenzahl erhöhen, auch Freunde haben ihre Unterstützung für die Familie bereits zugesagt.

Weihnachtsgeschenke wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben. „Die Behandlung von meinem Mann ist doch jetzt das allerwichtigste für uns alle. Wir hoffen darauf, dass die Operation gut verläuft, dann lässt sich feststellen, wie viel mein Mann tatsächlich noch sehen kann. Und dann können wir weitergehen“, sagt Erika Locher. Erst mit der Diagnose nach der Behandlung kann ein Grad der Behinderung festgelegt werden, der amtliche Leistungen mitbestimmt. Zumindest bis dahin ist Hilfe von außen für die in Not geratene Familie dringend notwendig.

Von Doris Hennies