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Celle Stadt CZ-Weihnachtsaktion: Kein Geld für Heizöl - Familie lebt in der Kälte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CZ-Weihnachtsaktion: Kein Geld für Heizöl - Familie lebt in der Kälte
20:03 10.12.2013
Celle Stadt

Es ist ziemlich „frisch“ im Reihenhäuschen der Familie Hausmann. Nur die Heizkörper in Ess- und Wohnzimmer sind aufgedreht, im Rest der Zimmer herrschen feuchtkalte Temperaturen. Der Stand des Heizöltanks zeigt noch einen Rest Bodensatz, dann ist Schluss, denn die Familie kann sich eine neue Tankfüllung heuer einfach nicht leisten.

Gero Hausmann (Name geändert) hat als ungelernter Arbeiter einen festen Arbeitsplatz. Sein Einkommen reicht jedoch nicht für die Absicherung der Familie aus. Seit die beiden älteren Kinder im Kindergarten sind, übernimmt Verena Hausmann so oft wie möglich Gelegenheitsjobs, um die Haushaltskasse aufzubessern. Die Familie bekommt außerdem ergänzende soziale Leistungen.

Dennoch ist es, alle Jahre wieder, sehr schwierig für die Familie, die erforderlichen Heizölmengen für den Winter anzuschaffen. „Wir versuchen zu sparen, aber von dem, was wir im Monat haben, lassen sich die amtlich geforderten Rücklagen einfach nicht machen. Die Kinder haben einen Wachstumsschub, die Waschmaschine ist defekt, und schon ist die gesparte Summe wieder weg. Leider kann man das erforderliche Heizöl auch nicht Liter für Liter abbezahlen, der Betrag für eine Tankfüllung wird sofort und komplett fällig bei Lieferung.“

Alle Jahre wieder ist deshalb „Wärme sparen“ bei den Hausmanns angesagt. Die Kinder spielen dann im kleinen Wohnzimmer und gehen nur noch zum Schlafen mit doppelten Decken in ihr Kinderzimmer. So haben sie sich bisher durch die Winter gekämpft. Heuer wird das nicht mehr klappen. Die Schwangerschaft hat in den vergangenen Monaten die Mitarbeit von Verena zur Aufstockung des Haushaltsbudgets verhindert.

Mit Unterstützung durch die sozialpädagogische Familienhilfe versucht die junge Familie, so gut wie möglich zu wirtschaften und vor allem ihre Kinder zu unterstützen und zu fördern. Dazu gehört unter anderem auch die angemessene Kleidung. Die Ankunft des Babys macht zusätzliche Anschaffungen notwendig: Weder Kinderbett noch Wickelauflage sind vorhanden „die hatten wir uns bei den anderen Kindern von Bekannten geliehen“, auch Babysachen sind rar, der eine Teil der knappen Garderobe ist zerschlissen, der bessere Teil wurde, nicht mehr gebraucht, zu Geld gemacht – das Geld für die Heizkosten ist dennoch nicht da.

Wenn die zumutbaren Mindesttemperaturen im Haus nicht mehr einhaltbar sind, wird das Jugendamt zum Wohle der Kinder eine vorübergehende Inobhutnahme anordnen müssen – auch für das Neugeborene. „Leider verfügen wir nicht über die Möglichkeiten und einen Finanztopf, der die Übernahme von Heizölkosten ermöglicht, bedauert Birgit Bönig, (Leiterin des Jugendamts Landkreis Celle). Es bleibt der jungen Familie nur noch, auf ein Wunder oder die Hilfe von Mitmenschen zu hoffen.

Von Doris Hennies