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Celle Stadt CeBus-Fahrgastbeirat: Keine Werbung für ÖPNV
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CeBus-Fahrgastbeirat: Keine Werbung für ÖPNV
14:15 05.06.2012
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Hinter der Preiserhöhung stecke zwar eine gewisse Logik, räumt Skoda ein. „Aber den Fahrgast, der die Pille schlucken muss, trifft das besonders hart." Vermutlich komme mancher an die Grenze dessen, was er sich im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch leisten könne. In der Regel treffe es immer diejenigen, die darauf angewiesen seien. „Ein besonderes Augenmerk gilt hier der demografischen Entwicklung und der steigenden Zahl mobil eingeschränkter Menschen. Eine Werbung für den ÖPNV ist das nicht", so der Sprecher.

Nachdem durch das Engagement vieler Beteiligter das Gröbste im neuen Fahrplan abgewendet werden konnte, war zunächst der Fahrgastbeirat davon ausgegangen, dass nun Ruhe einkehren würde. Jetzt kommt zusätzlich zu der Taktausdünnung auch noch die Preiserhöhung. „Auf die Betriebskostenberechnung hat der Fahrgastbeirat keinen Einfluss. Er kann auch nicht erwarten, dass die CeBus in rote Zahlen fährt", sagt Soka. Letztlich würden die Fahrpreiserhöhungen von der Aufsichtsbehörde geprüft und bei schlüssiger Darstellung auch genehmigt. Skoda versichert, dass sich der Fahrgastbeirat auch weiterhin für einen attraktiven ÖPNV stark machen werde.

Derweil reißt der Protest gegen die Einschnitte im Streckennetz nicht ab. Mehrere CeBus-Kunden schilderten der CZ ihre persönlichen Probleme mit dem neuen Fahrplan und den damit verbundenen schlechteren Haltezeiten der Busse. „Hier in Westercelle ist für Schwerbehinderte eine Teilnahme am öffentlichen Leben damit praktisch nicht mehr möglich, von Arbeitsmöglichkeiten braucht man gar nicht erst zu reden", klagt Michael Gemkow, der in der Straße Neues Land wohnt. Eine Fahrt zur anderen Seite von Westercelle dauere jetzt günstigenfalls mehr als 50 Minuten für eine Strecke, im ungünstigsten Fall mehrere Stunden. „Letzte Woche wurde unsere Haltestelle noch 28 Mal angefahren, seit Montag noch sechsmal, die nächstgelegene Haltestelle noch ganze neun Mal am Tag", so Gemkow.