Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt CeBus: Stadt muss sagen, was sie will
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CeBus: Stadt muss sagen, was sie will
16:17 10.02.2012
Von Heiko Hartung
CeBus Depot in Celle Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Wer das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zusammenstreichen will, kriegt auf die Mütze. Das bekommt derzeit die CeBus-Geschäftsführung zu spüren. Längere Takte, weniger Linien – der Aufschrei ist groß. Streicheleinheiten bekommen die Chefs des Celler Nahverkehrsunternehmens ausgerechnet vom Betriebsrat. „Arbeitgeber im ÖPNV haben es derzeit nicht leicht“, räumt Betriebsratsvorsitzender Jürgen Elendt ein. „Die Politik hat Rahmenbedingungen geschaffen, die den finanziellen Spielraum für die CeBus immer weiter schrumpfen lässt.“

CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick sieht nun die Stadt am Zug. Das Sparprogramm sehe vor, dass schlecht nachgefragte Haltestellen und Linien zum 30. April nicht mehr oder nur eingeschränkt bedient werden. „Die Stadt Celle ist seit einigen Jahren darüber unterrichtet, dass entsprechende Maßnahmen im Jahr 2012 umgesetzt werden sollen, wenn es nicht gelingt, eine Komplementärfinanzierung sicherzustellen.“, so Koschick. Aus eigener wirtschaftlicher Kraft sei die CeBus nicht in der Lage, die bisherige Leistung weiterzuführen. „Dazu hatten wir der Stadt Celle entsprechende Angebote unterbreitet, die jedoch mit Verweis auf die Haushaltslage mündlich abgelehnt wurden. Entscheidender Punkt ist also, dass die Stadt – sollte sie der Meinung sein, dass sie mehr ÖPNV als im Landkreis üblich, haben möchte – diesen Umfang definiert, die Finanzierung sicherstellt und dem Landkreis Celle als Aufgabenträger aufgibt.“ Sollte die Stadt dies nicht wollen, solle sie dies öffentlich erklären.

Wäre die CeBus mit den geplanten Einschnitten aus dem Schneider? „Derzeit errechnen wir noch Effekte aus den Einsparungen, die dazu führen müssen, dass wir mindestens mittelfristig Luft zum Atmen bekommen“, sagt Koschick. Nach Abschluss der Berechnungen werden man sehen, ob weitere Anpassungen notwendig werden.

Unter der Belegschaft geht derweil die Angst vor Lohnkürzungen um. Elendt: „Die Geschäftsführung will natürlich mit Blick auf die Neuausschreibung der Konzession 2015 Bedingungen schaffen, die ihr den erneuten Zuschlag sichert. Das bedeutet Kostensenkung.“ Koschick versichert jedoch, nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter zu sparen. „Im Gegenteil ist es unsere Absicht, die Löhne weiterzuentwickeln. Dafür sind unter anderem die Effekte aus den geplanten Einschnitten gedacht.“ Auch ein Personalabbau sei derzeit nicht angedacht. „Wir beabsichtigen, die Veränderungen unter anderem über die altersbedingten Abgänge abzufedern.“

Skeptisch ist Koschick, was die mögliche Rückführung der ÖPNV-Trägerschaft für das Stadtgebiet vom Landkreis an die Stadt Celle angeht. „Dann wäre es entscheidend, dass die jeweiligen Nahverkehrspläne aufeinander abgestimmt werden würden.“ Das könne ansonsten dazu führen, dass die politisch gewünschten Maßnahmen wie die Vermeidung der Doppelbedienung einer Haltestelle oder die Abschaffung des Nebeneinanders von Fahrtarifen „zurückgedreht“ werden würden. „Das würde aus unserer Sicht einen erheblichen Rückschritt bedeuten.“