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Celle Stadt CeBus holt neue Busse vom Werk ab (mit Video und Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt CeBus holt neue Busse vom Werk ab (mit Video und Bildergalerie)
11:10 06.03.2015
CeBus holt neue Linienbusse aus Mannheim ab. Quelle: Johanna Müller
Celle

Langsam öffnet sich das große Hallentor. Stück für Stück wird es aufgerollt. Durch die Plastikscheiben ist schon erkennbar, dass sich etwas großes Weißes von innen darauf zubewegt. Dann ist das Tor offen. „Celle“ steht auf der Anzeige. Fahrzeugtechniker Sebastian Potratz hatte seine heutige Endhaltestelle eingegeben, bevor er mit dem ersten von insgesamt 23 neuen Bussen für die CeBus das Mercedes-Benz-Werk in Mannheim verlässt.

Die CeBus verjüngt ihren Fuhrpark: Insgesamt 23 neue Fahrzeuge hat das Unternehmen gekauft. Die ersten vier wurden am Mittwoch aus Mannheim abgeholt. Werkstattmeister - Chris Lehmann und Kollegen haben eine Einweisung in die Wagen erhalten und sie getestet. Die CZ war bei der Übergabe im Mercedes-Benz-Werk und der Fahrt nach Celle dabei.

Die ersten vier Busse des Modells „Citaro Überland“ wurden am Mittwoch von Mitarbeitern der CeBus in Mannheim abgeholt. 5 sogenannte Solobusse sowie 18 Gelenkwagen hat das Unternehmen bestellt. Rund 9 Millionen Euro zuzüglich Steuern kostet das ganze Paket. Dafür werden 23 ältere Modelle aus dem Fuhrpark entfernt. Denn die CeBus will zum 1. April nicht nur mit einem neuen Fahrplan an den Start gehen, sondern auch mit einem deutlich jüngeren Fuhrpark.

Übergabe der neuen Busse für CeBus

Doch bevor sie mit jeweils einem Bus nach Celle aufbrechen, lernen Werkstattmeister Chris Lehmann und die anderen Fahrer die neuen Fahrzeuge erst einmal besser kennen und inspizieren die ultramodernen Vehikel genauestens. Denn die Wartung und Pflege übernimmt die Werkstatt an der Nienburger Straße in Celle.

„Wir gehen jetzt erst mal drum herum“, sagt Helmut Schmitt, der im Werk für die Übergaben zuständig ist. Der Gruppe fällt sofort eine Verbesserung gegenüber älteren Modellen auf: Die Seitenflächen sind unterteilt. So können die unteren Teile besser ausgetauscht werden, wenn der Bus gegen etwas fährt und in diesem Bereich beschädigt wird. „Das ist praktisch“, sagt Lehmann.

Herausforderung für Celler Techniker

Dann sehen sich die Celler den Motor genauer an. Anders als beim Pkw ist dieser hinten. Lehmann öffnet die Klappe und muss dabei lachen. „Jetzt ist es nur noch ein kleiner Griff in der Mitte. Früher musste man immer ganz unten drunter fassen“, sagt er. Schmitt zeigt den Männern, was wo ist. Behälter für die Kühlflüssigkeit, Lichtmaschinen, Ölpeilstab und Gelenköl – alles ist da, wie bei alten Motoren auch. Doch der moderne Euro-6-Motor lässt die Techniker staunen. „Wenn ich diesen Motor neben den alten lege, dann sind die gar nicht miteinander vergleichbar“, sagt Lehmann. Neu ist für die Kollegen auch eine eingebaute Brandmeldeanlage. Ein dünnes Kabel, das im Brandfall einen Alarm auslöst.

Bereits vor der Abholung wurden Techniker der CeBus im Umgang mit den neuen Motoren geschult. Weitere Kollegen werden noch eingewiesen. Das ist auch notwendig, sagt Lehmann: „Das ist ja eine ganz neue Technik, die erst eineinhalb Jahre auf dem Markt ist. Deswegen sind das neue Herausforderungen für uns.“

Änderungen zu früheren Modellen zeigen sich auch am Fahrerplatz. Hinter dem Fahrersitz laufen die Stromkabel zusammen. Dort ist auch ein Schalter für eine sogenannte manuelle Regeneration. Eine Regeneration brauchen ältere Modelle nicht. „Die hatten auch noch keinen Dieselfilter“, sagt Schmitt. Dieses Bauteil sei wie ein Mülleimer, erklärt er. Darin wird Dreck gesammelt. Weil der Filter aber fest eingebaut ist, könne man den Müll nicht wegbringen. Deswegen wird der gesammelte Schmutz etwa alle zwei Wochen automatisch verbrannt. Auch während der Fahrt. „Und wenn die Müllverbrennung mal nicht klappt, können Sie das auch manuell eingeben“, sagt Schmitt.

Nicht billig, sondern günstig

„Automatisch“ ist ein Wort, das Schmitt während der Übergabe häufig gebraucht hat. Die neuen Linienbusse sind mit der neusten Technik ausgestattet. Wichtig war der CeBus aber auch, dass die Lebensdauer und die sogenannten Lebenskreislauf-Kosten angemessen sind. Darunter fallen Gelder für Verbrauch, Verschleiß, Wartung und Reparaturen. „Wir wollen nicht das Billigste, sondern das Günstigste“, sagt Thies Henning Tietje, technischer Leiter der CeBus.

Im Innenraum eines neuen Busses zeigt Schmitt den Cellern weitere Details. „Die Haltestangen sind dicker und wir haben neue Stopp-Knöpfe.“ Doch Potratz hat nur Augen für die Technik und stellt Fragen zur Steuerung.

Die Gestaltung der Sitze und Haltestangen wurde eng mit dem Fahrgastbeirat besprochen. Denn beispielsweise die Farbauswahl ist nicht zufällig. „Die Farben sind so abgestimmt, dass Menschen mit Sehbehinderungen die Plätze besser finden“, erklärt Tietje. Es wurde auch darauf geachtet, dass es Kontraste im Muster gibt. Außerdem wurde Wert darauf gelegt, den Bus möglichst barrierefrei zu halten.

Mit dem Linienbus auf der Autobahn

Nachdem die wichtigsten Fragen geklärt sind, dürfen die Fahrer ihre neuen Busse mit nach Celle nehmen. Erste Tests mit einem CeBus-Fahrkarten-Drucker haben sie gemacht. Die hauseigene Technik wird dann in Celle eingebaut. Doch bis dahin sind sie über sechs Stunden unterwegs. Mit gemütlichen 80 bis 85 Kilometern pro Stunde fahren Lehmann und Co. über die Autobahn. Schneller dürfen die Omnibusse nicht fahren. Der Motor ist kaum zu hören. Die Fahrgastsitze sind zwar bequem, aber nicht für so eine lange Strecke ausgelegt. Zwischendurch mal aufstehen tut dabei gut. Doch der Ausblick über die bergige Landschaft mit kleinen Dörfern in der Ferne ist durch die großen Busfenster etwas ganz Besonderes.

Die Fahrer sind zufrieden. Lehmann fasst am Ende der Fahrt zusammen: „Fährt sich super. Es rumpelt nichts und der Motor läuft gut. So haben wir uns das vorgestellt.“

Von Johanna Müller