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Celle Stadt Celle als Mode-Mekka und Existenz-Schmiede
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle als Mode-Mekka und Existenz-Schmiede
18:38 20.03.2015
Von Michael Ende
Junge, exklusive Designer-Mode soll ein Markenzeichen für die Celler City werden. Im OECN sollen Existenzgründer gefördert werden. Quelle: Jochen Lübke
Celle Stadt

„Von zentraler Bedeutung“ für Celle sei die Innenstadt, die „nicht frei von strukturellen Problemen“ sei, sagte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) in der Sitzung des städtischen Wirtschaftsausschusses: „Diese korrespondieren vor allem mit der historischen, nahezu immer denkmalgeschützten Bausubstanz und damit verbundener Instandhaltungsrückstaus vor allem in den Obergeschossen und in den rückwärtigen Bereichen der Gebäude und Grundstücke.“ Mende kündigte an, dass der „Kontakt zur Bauverwaltung“ für Investoren „wesentlich unproblematischer als bisher“ werden solle.

Während sich die Stadtentwicklung mit der Aufgabe der Städtebauförderung zusammen mit den jeweiligen Eigentümern in den nächsten Jahren intensiv um die Sanierung vieler Objekte kümmern werde, strebe die Wirtschaftsförderung als eine Schwerpunktaufgabe für die nächsten Jahre Vorhaben an, die helfen sollten, Immobilien in eine zeitgemäße Nachfolgenutzung zu überführen und so die Zahl der Leerstände zu reduzieren, so Mende. Elementar wichtig sei der Aufbau eines qualifizierten Leerstandsmanagements, das über die Leerstandszählung deutlich hinausgehe: „Eine möglichst gute Kenntnis über die Beschaffenheit der Immobilien und die Verwertungsinteressen der Eigentümer gehören ebenso dazu wie die Frage, welche Bedarfe in der jüngeren Vergangenheit platziert oder nicht platziert werden konnten.“ Mende wolle hier eng mit Innenstadt-Immobilienbesitzern und Geschäftsleuten zusammenarbeiten und neue Investitionen anbahnen.

Mende möchte das gewünschte Image Celles als „feine Schwester Hannovers“ im Modebereich schärfen. Mit Blick auf die Stimulierung von neuen Angeboten und der Suche nach geeigneten Betreibern sondiere man zur Zeit, wie man Existenzgründungen im Bereich der Kreativwirtschaft durch Zusammenarbeit mit Hochschulen in den Bereichen Mode, Design und Kunsthandwerk stimulierten könnte: „Damit sollen neue Angebote in der Stadt angesiedelt werden, die Magnetwirkung entfalten. Wer exklusive Mode sucht, muss in hoffentlich naher Zukunft nicht mehr nach Hannover, sondern nach Celle fahren.“ Junge Designer, die frisch von der Hochschule kämen, wollten sich oft gerne selbstständig machen, so Mende. Solche kreativen Köpfe wolle man nach Celle holen und unterstützen – zum Beipiel durch die Vermittlung günstiger Kredite. Auch eine Wiederholung und turnusmäßige Fortführung eines Wettbewerbs nach dem Muster der erfolgreichen IHK-Aktion „Lokalhelden“ könnte in diesem Zusammenhang zielführend sein.

Eine Nachnutzung für ein bereits nachgenutztes Kasernengebäude an der Hannoverschen Straße schwebt Mende ebenfalls vor: „Der Zweckbindungszeitraum des Osteuropa-Centrums Niedersachsen OECN als Gründungszentrum vorzugsweise für Repräsentanten und Unternehmen aus den ehemaligen GUS-Staaten endet Mitte 2018. Für die Zeit danach soll eine Konzeption erarbeitet und die Machbarkeit ermittelt werden, ob in Celle ein Gründungszentrum für Unternehmen vor allem mit gewerblich-technischem Hintergrund, beispielsweise in Bezug zur Branche Erdöl-, Erdgas-, Erdwärmeservices darstellbar ist.“