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Celle Stadt Celle bekommt Premium-Wanderweg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle bekommt Premium-Wanderweg
17:26 10.02.2010
Wander in der Heide Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Vom „Unique Selling Point“ - kurz USP - sprechen die Werbefachleute, wenn sie meinen, dass sie ein unverwechselbares Produkt anbieten, das ihnen ein Alleinstellungsmerkmal verschafft. Genau diesen USP soll jetzt ein Premiumwanderweg bringen, der von Harburg bis nach Celle führen wird. Die Idee stammt aus Harburg und wurde durch die Landräte der Kreise Celle; Harburg und Soltau-Fallingbostel auf den Weg gebracht.

Zwölf dieser Wege gibt es bisher überhaupt in Deutschland. Der wohl bekannteste ist der Rennsteig, der Celle am nächsten liegende der Hexenstieg im Harz. „Doch diese Wege führen alle über Höhenzüge“, sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Das geschieht nicht ohne Grund, denn der Durchschnittswanderer, so haben es die Demoskopen ermittelt, ist überdurchschnittlich gebildet, hat mehr verfügbares Einkommen und bevorzugt als Wandergebiet Routen, die durch Bergregionen führen.

Die Heide hat das nicht zu bieten, aber - und das ist jetzt das Alleinstellungsmerkmal - kein anderer der zertifizierten Wege hat so eine flache Strecke. Und: Kein Premiumwanderweg liegt so weit nördlich in Deutschland. Die Lüneburger Heide GmbH und die Landräte von Soltau-Fallingbostel, Harburg und Celle versprechen sich von dem Weg neue Touristen aus dem derzeit wachsenden Markt der Wanderer. „Ich dachte immer Radfahren sei beliebter, aber das stimmt nicht“, sagte Landrat Klaus Wiswe. Ein Premiumwanderweg wird nach seiner Vorstellung auch Erholungssuchenden anziehen, die nicht den gesamten Weg wandern wollen. „Wir machen mit einem zertifizierten Weg auf unsere schöne Landschaft aufmerksam“, sagte Wiswe.

Machbarkeitsstudien positiv: Doch für einen Premiumwanderweg gibt es einige Anforderungen. Unter anderem verlangen die Statuten, dass nur gewisse Streckenlängen über Asphalt führen und in regelmäßigen Abstand landschaftliche Höhepunkte angeboten werden. Die Wege dürfen zudem nicht allzu lang an Straßen vorbeiführen. „Außerdem muss die Route nicht nur zur Heideblüte, sondern auch von Mai bis September attraktiv bleiben“, sagt von dem Bruch.

Die Machbarkeitsstudie ist schon erstellt. Auf rund acht Kilometern Länge müssen laut von dem Bruch Verbesserungen vorgenommen werden. Die Kosten werden auf 340000 Euro geschätzt. 75 Prozent sollen aus EU-Fördermittel für touristische Entwicklung kommen, den Rest teilen sich die drei Landkreise jeweils zu gleichen Teilen. Bisher sieht der Plan vor, dass der neue Wanderweg im Jahr 2010 fertig ist. Doch der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH möchte aufs Tempo drücken.

Werbung: „Ich hoffe, dass wir den Weg schon zur Saison 2011 anbieten können“, sagt von den Bruch. Die Einführung wird nach seinen Vorstellungen durch umfangreiche Marketingaktionen begleitet. Er schätzt die Kosten für die Werbung auf noch einmal rund 300000 Euro. Gearbeitet werden soll unter anderem mit Internetauftritt und Infoflyern.

Von Tore Harmening