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Celle Stadt "Celle blüht auf": Artenvielfalt braucht Hilfe des Menschen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Celle blüht auf": Artenvielfalt braucht Hilfe des Menschen
18:07 15.03.2018
Von Michael Ende
Quelle: Martin Döbler
Celle Stadt

Jemand, der sich damit auskennt, ist Ernst Rieger. Seine Firma Rieger-Hofmann GmbH hat sich auf natürliches Saatgut spezialisiert und unterstützt die CZ-Aktion „Celle blüht auf“. CZ-Redakteur Michael Ende im Gespräch mit dem Mann, der von sich sagt, dass „blühende Landschaften“ sein Lebenswerk sind.

Herr Rieger, was machen sie mit Ihrer Firma?

Wir sind ein Familienunternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen den Verlust an biologischer Vielfalt anzugehen, denn er ist gleichbedeutend mit dem Verlust unserer Lebensgrundlagen. Das können weder wir uns leisten noch unsere Wirtschaft. Naturnahe Begrünung mit gebietseigenem Saatgut ist deshalb aus unserer Sicht inzwischen ein Muss. Will man der Natur Lebensräume zurückgeben, ist dabei unbedingt auf die Qualität der Ansaaten – insbesondere auf ausgewogene Artenzusammensetzung zu achten.

Sie fördern die ersten bunten 10.000 Quadratmeter unserer Aktion mit einem 50-prozentigen Rabatt. Warum ist Ihnen die Artenvielfalt persönlich ein Anliegen?

Wir unterstützen „Celle blüht auf“, weil wir die Aktion klasse finden. Flora und Fauna ist noch nicht damit geholfen, wenn die Medien nur darüber berichten, dass etwas schief läuft. Es muss auch was getan werden. Die Cellesche Zeitung und ihre Leser wollen etwas tun – und da helfen wir gerne.

Bei der für die CZ ausgewählten Saatgutmischung „Blühende Landschaft“ handelt es sich um eine regional angestimmte Mischung. Ist auch das Saatgut regional vermehrt?

Um Regionalität und artenreiche Mischungen zu gewährleisten, vermehren wir unser in der Natur gesammeltes Basissaatgut durch Zwischenvermehrung auf unseren Feldern. Die Sammlung der Wildarten erfolgt mit Genehmigung der Naturschutzbehörden in alten, naturnahen Beständen in den jeweiligen Ursprungsgebieten. Erfahrene Botaniker sorgen für die genaue Bestimmung der Arten. Die Vermehrung erfolgt auf Partnerbetrieben in den Ursprungsgebieten zugeordneten Produktionsräumen, so dass keine Verfälschung durch Einkreuzung regionsfernen genetischen Materials erfolgen kann.

Das hört sich unendlich mühsam an. Was treibt sie an?

Die Hoffnung, etwas zum Positiven zu verändern. Ich habe mit unserem Betrieb, der heute 40 Leute zählt, 1983 angefangen, und ihn gegen viele Widerstände aufgebaut. Einer Vielzahl von Nützlingen, Wildbienen und Schmetterlingen sowie anderen Tierarten wird mit unseren Wiesenmischungen ein breitgefächertes und langfristiges Nahrungsangebot gegeben. Das ist mein Lebenswerk.

Was sagen sie zum vermehrten Auftauchen von Neophyten – also von Pflanzen, die eigentlich gar nicht hierher gehören und sich trotzdem ausbreiten?

Das liegt unter anderem daran, dass nicht mehr richtig gemäht wird. Da wird zum Beispiel auf Weiden nur noch dort gemäht, wo das Pferd steht. Rechts und links davon nicht. So kommen Arten hoch, die das früher nie geschafft hätten. Alles ist Kulturlandschaft; Artenvielfalt geschieht nur in der Nutzung.

Wo sind die bunten Wiesen und Wegesränder geblieben, die viele von uns noch aus ihrer Kindheit kennen? Sind sie für immer verschwunden?

Die bunten Wiesen sind mit der Intensivierung der Landwirtschaft verschwunden. Heute wird viel mehr gedüngt als früher, und wo einst nur zwei Mal im Jahr gemäht wurde, wird heute bis zu fünf mal gemäht. Da verschwinden viele Arten. Unterm Strich sind wir alle als Verbraucher dafür verantwortlich. Die bunten Wiesen müssen nicht für immer verschwunden sein. Wenn sie wieder zurück kommen sollen, geht das nur mit der Landwirtschaft zusammen. Und natürlich kann jeder einzelne etwas dafür tun – zum Beispiel im Rahmen der Aktion „Celle blüht auf“.

Das Dach ist drauf – jetzt kommt der Innenausbau. Der Bau des "Village"-Wohn- und Gewerbekomplexes auf dem ehemaligen Feuerwehr-Areal zwischen Wehlstraße und Südwall geht auf die Zielgerade. Wenn hier im Herbst Bewohner und Geschäfte einziehen, soll dies ein zündender Funke zur Belebung des Bergstraßen-Quartiers und der gesamten City sein, hieß es am Donnerstag beim Richtfest des 15-Millionen-Euro-Komplexes.

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