Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celle feiert Amerika in Klein Hehlen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle feiert Amerika in Klein Hehlen
21:05 02.07.2017
Von Christian Link
Bestes Beispiel für die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen: Susanne Reinike aus Celle und George Coppedge aus Tulsa. Quelle: Christian Link
Celle Stadt

KLEIN HEHLEN. Von Spannungen zwischen Deutschland und den USA will Reinhard Förster nichts wissen. "Im Grunde stimmt doch alles, nur der Präsident ist gewöhnungsbedürftig", sagt der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Celle und lacht. Der große Schatten von Donald Trump reicht offenbar nicht bis Klein Hehlen, wo am Sonntag der 18. American Day in der Fachwerkstadt gefeiert wurde – zwei Tage vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Die 200 Besucher des American Day erlebten auf dem Bauernhof Lehmann ein sorgloses Familienfest mit Ponyreiten, Hüpfburg, Hufeisenwerfen, Livemusik und interkontinentalen Gästen. Unter dem sternenbesetzen Banner und der Deutschlandfahne herrschte in der Partyscheune traute Harmonie. "Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten wird in der deutschen Bevölkerung ungünstiger wahrgenommen, als es tatsächlich ist", kommentierte Förster die gute Stimmung. Zuvor hatte schon Bürgermeister Heiko Gevers die langjährige Freundschaft zwischen beiden Nationen hervorgehoben.

Bei so viel Herzlichkeit fühlt sich George Coppedge aus der Partnerstadt Tulsa in Klein Hehlen ganz heimisch. "Es ist wie zu Hause, es gibt sogar Western-Musik", meint der gut gelaunte Amerikaner. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten würde man dieser Tage natürlich etwas pompöser feiern: mit Parade, Marching Band, Barbecue und Feuerwerk. "Und mit ganz vielen amerikanischen Flaggen", fügt Coppedge hinzu.

Den Sommer verbringt der Mann aus Oklahoma dennoch lieber in Deutschland. "Bei uns im Mittleren Westen ist es viel zu heiß, man kann nicht vor die Tür gehen", sagt Coppedge. Seit vielen Jahren ist er ein großer Deutschland-Fan. "Dafür gibt es viele Gründe: Die Leute sind so nett, die deutsche Kultur ist interessant und die Landschaft ist wunderschön", sagt der Amerikaner, der bereits zum 32. Mal die Bundesrepublik besucht.

Dafür ist vor allem seine Lebensgefährtin Susanne Reinike verantwortlich. "Wir haben uns über die Städtepartnerschaft zwischen Celle und Tulsa kennengelernt", sagt die Austauschbeauftragte der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft. 2001 trafen sich die beiden zum ersten Mal in einem Deutschkurs. "Susanne war meine Lehrerin", erläutert der Amerikaner.

An Celle schätzt Coppedge auch die vielen kulturellen Möglichkeiten. Außerdem mag er das deutsche Bier und die selbst gemachten Marmeladen seiner Susanne. "Die deutschen Frauen sind da extrem gut", findet er. Nur eins kriegen die Deutschen laut Coppedge nicht so richtig hin: Das Burger-Braten. (cli)