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Celle Stadt Celle gedenkt der Kriegsopfer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle gedenkt der Kriegsopfer
19:18 14.11.2010
Von Oliver Gatz
Kränze am Ehrenmal vor dem Neuen Rathaus: Vertreter aus Politik und Verwaltung erinnerten am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Versöhnung und Verständigung standen vor 88 Jahren im Mittelpunkt der ersten offiziellen Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Berliner Reichstag. „Dieses Motto ist noch immer aktuell“, sagte gestern Manfred Busch, Schulleiter der Realschule Auf der Heese, bei der Feierstunde vor dem Neuen Rathaus. Noch immer gebe es Krieg, Gewalt, Terror und Unterdrückung, sagte er.

Die Celler Gedenkfeier wurde von einer Farbattacke auf das Ehrenmal überschattet. Unbekannte hatten es in der Nacht zuvor mit rosa Farbe besprüht, die noch vor der Gedenkfeier entfernt wurde. Der Anschlag löste bei allen Anwesenden Unverständnis und Entsetzen aus.

„Wir in Deutschland leben in Frieden – und das seit 65 Jahren, so lange wie nie zuvor“, blickte Busch zurück. „Wir haben allen Grund, dafür dankbar zu sein. Aber der Frieden kommt nicht von selbst. Er muss immer wieder erarbeitet und gesichert werden.“

Der Volkstrauertag heutiger Zeit sei kein Heldengedenktag. „Nicht Kriegshelden stehen im Mittelpunkt, sondern die Kriegsopfer, die Opfer von Gewalt und Terror – und das sind neben den Soldaten auch Männer, Frauen und Kinder, Zwangsarbeiter, Verfolgte und Vertriebene, Menschen, die in den Gefangenenlagern umgekommen oder in den KZs ermordet worden sind“, sagte Busch. Er bedauerte es, dass die Jugend nur selten zu den Feierlichkeiten am Volkstrauertag komme. „Wir Älteren sollten überlegen, wie wir die Jugend für den Volkstrauertag gewinnen können.“ Immerhin halte die breite Mehrheit der Jugendlichen laut einer Umfrage Erinnern und Gedenken für sinnvoll. Viele junge Leute setzten sich für Frieden, Freiheit und Toleranz an. Als ermutigende Beispiele nannte der Schulleiter die internationalen Jugendworkcamps in Bergen-Belsen und die gemeinsame Pflege von Soldatenfriedhöfen in ganz Europa, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) will in Zukunft die Schulen enger in die Gedenkfeier einbinden. Die junge Generation müsse stärker für das Thema sensibilisiert werden, sagte er.