Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt „Celle hat an Lebendigkeit gewonnen“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Celle hat an Lebendigkeit gewonnen“
14:43 03.03.2017
Von Susanne Harbott
Celle Stadt

Dieses Projekt war eine Herzensangelegenheit für Götz, die als Volontärin im Kunstmuseum beschäftigt ist. Sie beschreibt es als „eine intensive und wertvolle Erfahrung“. Es ist aber auch eine Chance für die jungen Künstler gewesen, die ihre eigens für diese Ausstellung erschaffenen Kunstwerke einem breiten Publikum präsentieren konnten. Und es ist ein Erfolg für das Kunstmuseum, denn die Ausstellung erwies sich als Besuchermagnet.

Partizipation – also das Teilen und Beteiligen, für das das p im Ausstellungstitel steht – galt von Beginn an für alle Bestandteile des Kunstprojektes. Schon die Entstehung war ein Teilen und Beteiligen. Schließlich war die Ausstellung ursprünglich ein Teil des Lichtkunstpreises, den der Medienkünstler Mischa Kuball 2016 in Celle verliehen bekam. Diesen Preis teilte er mit Studenten der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHMK), an der Kuball als Professor für Medienkunst tätig ist.

Mehr als 30 Bewerbungen junger Kunstschaffender gingen bei Kuratorin Magdalena Götz in Celle ein, die von Beginn an bis zur Eröffnung am 29. Oktober am Entstehungsprozess der Kunstwerke beteiligt war. Da mussten bespielsweise die Räumlichkeiten vorab besichtigt und Ideen besprochen werden. Gelegentlich mussten die Vorstellungen an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. „Jeder musste seinen Platz finden“, erklärt Julia Otto, die stellvertretende Leiterin des Kunstmuseums. „Es fanden deshalb Diskussionen auf inhaltlicher und räumlicher Ebene statt.“

Schließlich entstanden 13 Werke, die das Thema „Licht teilen“ auf unterschiedlichste Weise veranschaulichen. Immer wieder werden die Besucher aufgefordert, zu partizipieren, also teilzuhaben – wie durch Geräusche, die zum Beispiel die Glühbirnen der Installation „Laut“ von Yvonne Klasen zum Leuchten bringen, oder „Lichtspenden“ in einen Hut zu geben, die eine Leuchtstoffröhre des Werkes „Verfassung“ von Paul Faltz und Alexander Pascal Forré erleuchten lassen. „Manch ein Besucher hat dabei nicht nur Licht sondern auch seine Meinung auf einem Zettel im Hut hinterlassen“, schmunzelt Julia Otto. Oft hätten sich die Besucher auch mit den Ideen tiefgründig auseinandergesetzt und interessante Diskussionen seien unter den Besuchern oder mit den Künstlern entstanden, konnte Otto bei Führungen beobachten und meint „Celle hat mit dieser Ausstellung an Lebendigkeit gewonnen“.

„Es wird sicher nicht die letzte Kooperation der KHMK mit dem Celler Kunstmuseum gewesen sein“, meint Mischa Kuball, der sich von der Zusammenarbeit begeistert zeigt. „Die Studenten nehmen neben ihren Kunstwerken vor allem nachhaltige Erfahrungen aus dieser Ausstellung mit“, ergänzt er.

Nun also endet „[p:lux]“. Am heutigen Samstag veranstaltet das Celler Kunstmuseum eine Finissage und einen Performance-Abend, den zwei der ausstellenden Künstler gestalten. Wer sich die Kunstprojekte noch einmal ansehen möchte, kann dies bis Montag tun. Am Dienstag beginnt der Abbau. Für Kuratorin Magdalena Götz endet dann ihr erstes Großprojekt, bei dem sie nicht nur Kontakte geknüpft und Erfahrungen gesammelt sondern auch Freundschaften geschlossen hat, wie sie sagt.